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Versicherung für Biogasanlagen

Bei einer Biogasanlage ist der Schaden an der Anlage selten das Teuerste. Teurer sind die Monate ohne Einspeisung und das Substrat, das ins Grundwasser läuft. Genau diese Folgeschäden sind in vielen Verträgen zu knapp bemessen.

Der Schaden hinter dem Schaden

Ein Rührwerk fällt aus, ein Lager läuft heiß, ein Motor im Blockheizkraftwerk geht kaputt. Die Reparatur kostet Geld, aber sie ist überschaubar.

Was danach kommt, ist das Problem:

  • Keine Einspeisung, keine Vergütung. Ihre Finanzierung ist auf laufende Erlöse gerechnet, und die Bank interessiert nicht, warum nichts kommt
  • Das Substrat läuft weiter. Der Prozess lässt sich nicht einfach anhalten, und die Lieferverträge auch nicht
  • Wärmeabnehmer stehen ohne Wärme da. Wenn Sie ein Nahwärmenetz oder einen Betrieb versorgen, entstehen dort Ansprüche
  • Ersatzteile haben Lieferzeiten. Bei größeren Komponenten vergehen Wochen bis Monate

In der Schadenpraxis übersteigen diese Folgen den eigentlichen Sachschaden regelmäßig um ein Mehrfaches. Trotzdem ist der Ertragsausfall in vielen Verträgen der Teil, an dem gespart wurde.

Und dann ist da das Substrat

Wenn ein Behälter reißt oder eine Leitung bricht, läuft Gärsubstrat aus. Es gelangt in den Boden, in Gräben, in Gewässer.

Ein solcher Schaden kann die gesamte Anlage im Wert übersteigen. Es geht um Sanierung, um Fischsterben, um Ansprüche von Nachbarn und um behördliche Anordnungen. Und es geht um Sie persönlich, wenn ein Ermittlungsverfahren folgt.

Die normale Betriebshaftpflicht trägt das nicht. Dafür braucht es eine Gewässerschaden- und Umwelthaftpflicht mit einer Summe, die zur Größe Ihrer Behälter passt.

Der Punkt, den kaum jemand prüft Zeitwert oder Neuwert? Folienhauben und Blockheizkraftwerke werden in vielen Verträgen auf Zeitwertbasis entschädigt. Bei einer Abschreibungsdauer von wenigen Jahren bedeutet das: Nach zehn Jahren bekommen Sie für eine zerstörte Folienhaube unter Umständen fast nichts. Beim BHKW ist es ähnlich. Die Ersatzbeschaffung kostet aber den vollen Preis.
Was gut aufgebaut ist In guten Konzepten wird die Anlagentechnik nach Elektronikbedingungen zum Neuwert versichert, ohne Abzug für Alter. Das betrifft Gas-, Verfahrens-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik. Für das BHKW gilt häufig weiterhin Zeitwert. Genau hier sollte man wissen, was vereinbart ist, bevor der Motor steht.
Die Marktlage

Warum es schwieriger geworden ist

Biogas gehört zu den Bereichen, in denen sich Versicherer deutlich zurückgezogen haben. Das trifft auch Betreiber, die nie einen Schaden hatten.

Die Gründe liegen in der Schadenerfahrung der letzten Jahre. Anlagen sind gealtert, Störungen häufen sich, und einzelne Großschäden haben ganze Bestände unrentabel gemacht.

Für Sie heißt das: höhere Selbstbehalte, schärfere Auflagen, mehr Nachfragen und in einigen Fällen Kündigungen ohne konkreten Anlass.

Was jetzt hilft

Eine vollständige Risikodarstellung. Nicht ein ausgefülltes Formular, sondern eine Unterlage, mit der ein Underwriter Ihre Anlage tatsächlich beurteilen kann: Baujahr, Technik, Substratmix, Wartungshistorie, Schutzkonzept, Explosionsschutzdokument, Prüfberichte.

Wer das vorlegt, wird anders behandelt als jemand, der eine Standardanfrage schickt. Wir erstellen solche Unterlagen und platzieren sie gezielt bei den Häusern, die diese Anlagen noch zeichnen.

Und wenn eine Kündigung schon da ist: Fangen Sie früh an. Eine saubere Ausschreibung braucht Wochen, nicht Tage.

Was Versicherer sehen wollen
  • Explosionsschutzdokument und Ex-Zonenplan
  • Wartungsverträge und Prüfberichte, lückenlos
  • Gaswarnanlage und Überfüllsicherung
  • Zustand und Alter der Folienhauben
  • Leckageerkennung an Behältern
  • Rückhaltung bei Behälterversagen
  • Abstände zwischen Anlagenteilen und zur Bebauung
  • Zufahrt und Löschwasser für die Feuerwehr
  • Regelung für Fremdfirmen auf dem Gelände
Die Regelwerke dazu sind bekannt. Wer sie erfüllt und das belegen kann, bekommt Angebote.
Die Bausteine

Was zu einer Biogasanlage gehört

Maschinen und Technik Fermenter, Rührwerke, Pumpen, Separator, Gastechnik, Steuerung. Deckung auch bei Bedienfehler, Kurzschluss und Materialfehler.
BHKW Das teuerste Einzelaggregat und die häufigste Schadenursache. Prüfen Sie, ob Zeit- oder Neuwert vereinbart ist.
Ertragsausfall Der wichtigste Baustein überhaupt. Die Haftzeit muss zu den Lieferzeiten für Ersatzteile passen, nicht zum Wunschdenken.
Feuer Gebäude, Container, Technikräume, Substratlager. Bei Anlagen an landwirtschaftlichen Betrieben zusätzlich die Abgrenzung zum Hof.
Betreiberhaftpflicht Für Schäden an Dritten, etwa durch Geruch, Lärm, austretendes Gas oder Verkehr auf dem Gelände.
Umwelt und Gewässerschaden Der Baustein, an dem die Existenz hängt. Die Summe sollte sich am Volumen Ihrer Behälter orientieren, nicht am Standardwert.
Folienhauben Sturm, Hagel, Schneelast, Vandalismus, Materialermüdung. Ein häufiger Schaden mit oft ungünstiger Entschädigungsregelung.
Tierseuchenfolgen Wenn ein Sperr- oder Beobachtungsgebiet die Substratzufuhr unterbricht, steht die Anlage, ohne dass an ihr etwas kaputt ist.
Persönliche Haftung Bei genehmigungsbedürftigen Anlagen steht nach einem Umweltschaden schnell ein Verfahren im Raum. Dafür braucht es eigene Deckungen.
Häufige Fragen

Was Betreiber uns fragen

Wie lang sollte die Haftzeit beim Ertragsausfall sein?

Länger, als die meisten vereinbart haben. Maßgeblich ist die realistische Zeit bis zur Wiederaufnahme der Einspeisung, und die hängt an den Lieferzeiten für die betroffene Komponente.

Bei einem größeren Motorschaden oder bei Schäden am Fermenter sprechen wir schnell über viele Monate. Rechnen Sie das anhand Ihrer konkreten Technik durch, nicht anhand eines Standardwerts.

Was passiert, wenn Gärsubstrat ausläuft?

Dann haben Sie einen Umweltschaden, und der kann die gesamte Anlage im Wert übersteigen. Es geht um Bodensanierung, um Gewässerschäden, um Ansprüche von Nachbarn und um behördliche Anordnungen.

Die Betriebshaftpflicht deckt das nicht ausreichend ab. Nötig ist eine Gewässerschaden- und Umwelthaftpflicht mit einer Summe, die zum Volumen Ihrer Behälter passt. Das ist der Baustein, bei dem sich Sparen am wenigsten lohnt.

Warum bekommen wir für die alte Folienhaube so wenig?

Weil in vielen Verträgen Zeitwertentschädigung vereinbart ist. Folienhauben werden dabei über wenige Jahre abgeschrieben, teilweise auf null.

Die Ersatzbeschaffung kostet aber den vollen Preis. Das ist einer der Punkte, die man vor dem Schaden klären sollte. In manchen Konzepten lässt sich eine günstigere Regelung verhandeln, in anderen ist es der Preis dafür, überhaupt Deckung zu bekommen.

Unser Versicherer hat gekündigt. Was jetzt?

Zunächst: Sie sind nicht allein damit. Der Markt hat sich bei Biogas deutlich zurückgezogen, und es trifft auch Betreiber ohne Schadenhistorie.

Was funktioniert, ist eine vollständige Risikodarstellung, die gezielt bei den Häusern platziert wird, die diese Anlagen noch zeichnen. Beginnen Sie früh, eine saubere Ausschreibung braucht Wochen. Mehr dazu auf unseren Seiten Kündigung vom Versicherer und Schwer versicherbare Risiken.

Wir betreiben die Anlage neben dem Hof. Reicht der Hofvertrag?

Nein. Eine Biogasanlage ist versicherungstechnisch ein eigenständiger Betrieb mit eigenen Risiken, eigenen Regelwerken und eigener Haftung.

Wenn sie im landwirtschaftlichen Vertrag mitläuft, ist meist weder der Ertragsausfall noch die Umwelthaftung ausreichend abgebildet. Wir trennen das sauber und stimmen beide Verträge aufeinander ab, damit keine Lücke an der Schnittstelle entsteht.

Lohnen sich Investitionen in die Sicherheitstechnik?

In dieser Branche deutlich. Der Abstand zwischen einer gut überwachten Anlage und einer ohne Nachweise ist bei Prämie und Zeichnungsbereitschaft erheblich.

Bevor Sie investieren, sollten Sie aber wissen, welche Maßnahme den größten Hebel hat. Manchmal ist es die Leckageerkennung, manchmal die Gaswarnanlage, manchmal nur eine lückenlose Dokumentation dessen, was ohnehin gemacht wird. Das stimmen wir mit dem Versicherer ab, bevor Geld fließt.

Wie lange stünde Ihre Anlage bei einem Motorschaden?

Wir rechnen das mit Ihnen durch und prüfen, ob Ihre Haftzeit reicht. Kostenlos und unverbindlich.