Versicherung für Papier- und Kartonagenbetriebe
Ihr Rohstoff brennt, Ihr Fertigprodukt brennt, und dazwischen steht eine Anlage, deren Ersatz Sie nicht in Wochen bekommen.
Die Brandlast bestimmt alles
Papier, Pappe und Wellpappe gehören zu den Materialien mit der höchsten Brandlast in der verarbeitenden Industrie. Dazu kommt Staub in der Verarbeitung und häufig Kunststofffolie als Verpackungsmaterial.
Das prägt Ihre gesamte Versicherbarkeit. Versicherer bewerten Papierbetriebe zurückhaltend, und die Konditionen hängen stärker als in anderen Branchen an Brandschutz und Betriebsorganisation.
Worauf ein Risikoprüfer sieht
- Brandabschnitte zwischen Lager, Produktion und Versand
- Sprinklerung und deren Auslegung auf die tatsächliche Lagerhöhe
- Staubabsaugung und deren Wartung
- Trennung von Rohstofflager und Fertigwarenlager
- Umgang mit Heißarbeiten, mit dokumentiertem Erlaubnisverfahren
- Und die Ordnung im Betrieb, weil Verschnitt und Reststücke die typische Zündquelle sind
Wer hier investiert hat, sollte das darstellen können. Diese Investitionen wirken sich unmittelbar auf die Prämie aus, aber nur, wenn sie im Antrag ankommen.
Und die Lagerhöhe
Ein Punkt, der bei Prüfungen regelmäßig auffällt: Wenn höher gestapelt wird, als die Sprinkleranlage ausgelegt ist, kann das im Schadenfall zur Leistungskürzung führen.
Das passiert selten mit Absicht, sondern schleichend, wenn das Lager voller wird. Prüfen Sie, welche Höhe in Ihren Unterlagen steht, und halten Sie sie ein.
Wenn Sie für andere verpacken
Viele Betriebe fertigen nicht nur Kartonagen, sondern konfektionieren, bedrucken oder verpacken Kundenware. Damit ändert sich die Haftungslage grundlegend.
Der Schaden ist dann nicht Ihre Verpackung, sondern der Inhalt.
Wenn eine Umverpackung beim Transport versagt und die Ware beschädigt ankommt, geht es um den Warenwert. Bei Elektronik, Pharma oder Kosmetik übersteigt dieser den Wert Ihrer Leistung um ein Vielfaches.
Und der Serienfall
Ein Fehler in der Auslegung oder im Material betrifft nicht eine Palette, sondern eine Charge. Bei mehreren Kunden entsteht daraus die Frage, ob das ein Versicherungsfall ist oder viele.
Mehr unter Serienschaden und Produkthaftpflicht.
Kundenmaterial in Ihrer Halle
Beigestellte Ware zur Konfektionierung, Druckvorlagen, Stanzwerkzeuge im Eigentum des Kunden: All das ist fremdes Eigentum in Ihrer Obhut.
Bei einem Brand ist es genauso betroffen wie Ihr eigener Bestand, steht aber nicht in Ihrer Bilanz und wird deshalb bei der Summenermittlung regelmäßig vergessen.
Stanzwerkzeuge sind dabei ein besonderer Fall: Sie sind teuer, kundenindividuell und nur mit langer Vorlaufzeit ersetzbar. Ihr Verlust legt die Fertigung für diesen Kunden lahm, unabhängig davon, ob Ihre Maschinen laufen.
- Sachversicherung mit realistischen Summen für Rohware, Fertigware und Kundenmaterial
- Betriebsunterbrechung mit Haftzeit nach echter Lieferzeit der Hauptanlage
- Maschinenversicherung für Anlagen und Steuerungen
- Produkthaftpflicht mit Schäden am Inhalt und geprüfter Serienschadenklausel
- Mehrkosten für Ersatzfertigung, damit extern produziert werden kann
- Rückwirkungsschäden, falls Sie von einzelnen Papierlieferanten abhängen
- Fuhrpark, sofern Sie selbst ausliefern
Wenn Sie mit Lebensmitteln zu tun haben
Verpackungen für Lebensmittel unterliegen eigenen Anforderungen an Materialkonformität. Migrationsgrenzwerte, Druckfarben, Klebstoffe.
Ein Verstoß macht die verpackte Ware nicht verkehrsfähig, auch wenn sie einwandfrei ist. Der Schaden ist dann der volle Warenwert plus Entsorgung plus möglicher Rückruf.
Wenn Sie in diesem Bereich liefern, gehört das ausdrücklich in die Police, einschließlich der Rückrufkosten, die über die Produkthaftpflicht nicht gedeckt sind.
Die Abhängigkeit vom Papiermarkt
Ein Thema, das nicht versicherbar ist, aber in die Planung gehört: Ihre Rohstoffpreise schwanken erheblich, und die Verfügbarkeit ebenso.
Für die Versicherung heißt das vor allem eines: Ihre Lagerwerte schwanken stark. Eine feste Summe, die im Frühjahr passt, kann im Herbst deutlich zu niedrig sein.
Sinnvoll sind Regelungen mit Bestandsmeldung. Mehr unter Unterversicherung.
Wie wir vorgehen
Wir beginnen mit dem Brandschutz, weil er über Versicherbarkeit und Prämie entscheidet. Was ist vorhanden, was ist dokumentiert, was wurde in den letzten Jahren investiert?
Danach rechnen wir die Haftzeit an Ihrer Hauptanlage durch, und zwar mit einer echten Auskunft des Herstellers, nicht mit einer Schätzung.
- Wie sind Brandabschnitte und Sprinklerung ausgelegt?
- Passt die tatsächliche Lagerhöhe zur Auslegung?
- Wie ist das Erlaubnisverfahren für Heißarbeiten geregelt?
- Wie lange dauert der Ersatz Ihrer Hauptanlage wirklich?
- Ist Kundenmaterial in der Summe erfasst?
- Wo lagern Ihre Stanzwerkzeuge?
- Verpacken Sie fremde Ware, und mit welchem Wert?
- Und liefern Sie in den Lebensmittelbereich?
Was uns Papier- und Kartonagenbetriebe fragen
Warum sind wir für Versicherer ein schwieriges Risiko?
Wegen der Brandlast. Papier, Pappe und Wellpappe gehören zu den Materialien mit der höchsten Brandlast in der verarbeitenden Industrie, dazu kommt Staub in der Verarbeitung.
Die Konditionen hängen deshalb stärker als anderswo an Brandschutz und Betriebsorganisation. Wer investiert hat, sollte das darstellen können, sonst fließt es nicht in die Bewertung ein.
Reichen zwölf Monate Haftzeit?
Regelmäßig nicht. Wellpappenanlagen, Rollenmaschinen und Stanzautomaten haben Lieferzeiten von zwölf bis achtzehn Monaten, bei Sonderausführungen mehr.
Dazu kommen Abbruch, Wiederaufbau, gegebenenfalls eine neue Baugenehmigung und die Wiederqualifizierung bei Kunden. Rechnen Sie die gesamte Kette, nicht nur die Lieferzeit.
Wir stapeln höher als früher. Ist das ein Problem?
Möglicherweise ja. Wenn die tatsächliche Lagerhöhe über der Auslegung der Sprinkleranlage liegt, kann das im Schadenfall zur Leistungskürzung führen.
Das passiert meist schleichend, wenn das Lager voller wird. Prüfen Sie, welche Höhe in Ihren Unterlagen steht, und melden Sie Änderungen, bevor sie zum Problem werden.
Wir verpacken Kundenware. Wofür haften wir?
Für den Inhalt, nicht für Ihre Verpackung. Wenn eine Umverpackung beim Transport versagt, geht es um den Warenwert, der bei Elektronik, Pharma oder Kosmetik den Wert Ihrer Leistung um ein Vielfaches übersteigt.
Ein Auslegungs- oder Materialfehler betrifft zudem eine ganze Charge. Dann entscheidet die Serienschadenklausel über Ihre tatsächliche Deckung.
Sind Stanzwerkzeuge unserer Kunden mitversichert?
Nur bei ausdrücklichem Einschluss von fremdem Eigentum. Sie stehen nicht in Ihrer Bilanz und werden bei der Summenermittlung regelmäßig vergessen.
Werkzeuge sind teuer, kundenindividuell und nur mit langer Vorlaufzeit ersetzbar. Lagern Sie sie räumlich getrennt, dann können Sie im Ernstfall extern weiterproduzieren.
Wir liefern Verpackungen für Lebensmittel.
Dann gelten eigene Anforderungen an Materialkonformität, etwa zu Migration, Druckfarben und Klebstoffen. Ein Verstoß macht die verpackte Ware nicht verkehrsfähig, obwohl sie einwandfrei ist.
Der Schaden umfasst dann Warenwert, Entsorgung und möglicherweise einen Rückruf. Rückrufkosten sind über die Produkthaftpflicht nicht gedeckt und brauchen eine eigene Deckung.
Wie lange dauert der Ersatz Ihrer Hauptanlage wirklich?
Fragen Sie beim Hersteller nach. Danach reden wir über die Haftzeit.