Ihr Versicherer hat gekündigt. Was Sie jetzt tun sollten.
Eine Kündigung durch den Versicherer ist unangenehm, aber sie ist lösbar. Entscheidend ist, dass Sie früh handeln und in den ersten Tagen nichts tun, was Ihre Position verschlechtert.
Warum das gerade so vielen passiert
Wenn Sie eine Kündigung bekommen haben, liegt das in den meisten Fällen nicht an Ihrem Betrieb. Der Markt hat sich verändert.
Versicherer haben in den letzten Jahren ganze Risikogruppen neu bewertet und ziehen sich aus Bereichen zurück, die sie früher selbstverständlich gezeichnet haben. Besonders betroffen sind Feuer und Betriebsunterbrechung, und dort vor allem Branchen mit erhöhter Brandlast oder Umweltrelevanz.
Der Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler beobachtet, dass Kapazität, Preise und Bedingungen gleichzeitig unter Druck geraten und sich die Lage für den Mittelstand zu den Erneuerungsterminen weiter verschärft. Sie sind mit diesem Problem also nicht allein, und es ist kein Urteil über Ihre Betriebsführung.
Die drei Formen, in denen es Sie trifft
Die Kündigung. Der Versicherer beendet den Vertrag zum Ablauf oder nach einem Schadenfall. Sie brauchen eine Anschlussdeckung.
Die Sanierung. Der Vertrag läuft weiter, aber zu deutlich anderen Bedingungen: höhere Prämie, höherer Selbstbehalt, neue Auflagen, reduzierte Deckungssummen. Manchmal ist das schlechter als eine Kündigung, weil es weniger auffällt.
Die faktische Ablehnung. Der Vertrag läuft aus und der Versicherer macht kein Angebot zur Verlängerung. Das ist die unangenehmste Variante, weil sie oft spät bemerkt wird.
Was Sie jetzt tun sollten
Was Sie jetzt nicht tun sollten
Diese Fehler sehen wir regelmäßig, und jeder einzelne verschlechtert Ihre Ausgangslage erheblich.
- Selbst kündigen. Solange der Vertrag läuft, haben Sie Deckung. Diese Zeit brauchen Sie für die Neuplatzierung.
- Ein Sanierungsangebot vorschnell ablehnen. Auch ein schlechtes Angebot ist eine Rückfallposition, solange nichts Besseres vorliegt.
- Das Risiko kleinreden. Wer Mengen, Lagerung oder Schäden beschönigt, riskiert bei Aufdeckung den Verlust der Deckung wegen Anzeigepflichtverletzung.
- Parallel bei vielen Versicherern anfragen lassen. Der Markt ist klein. Wenn ein Risiko mehrfach unkoordiniert angefragt wird, entsteht der Eindruck, dass es niemand haben will.
- Zu spät anfangen. Der häufigste und teuerste Fehler überhaupt.
- Nur auf den Preis schauen. Eine billige Police mit Ausschlüssen an der falschen Stelle ist im Schadenfall wertlos.
Welche Möglichkeiten es gibt
Nicht jeder Weg passt zu jeder Situation. Welche Kombination sinnvoll ist, klären wir nach der Bestandsaufnahme.
Was Betriebe in dieser Lage fragen
Darf ein Versicherer einfach kündigen?
In den Grenzen des Vertrags und des Gesetzes ja. Üblich sind die Kündigung zum Ablauf der vereinbarten Laufzeit unter Einhaltung der Frist und die Kündigung nach einem Schadenfall.
Ob eine konkrete Kündigung wirksam ist, hängt vom Einzelvertrag ab. Wir sehen uns das an, bevor wir mit der Neuplatzierung beginnen. Manchmal ergibt sich daraus zusätzliche Zeit.
Wir haben nur noch wenige Wochen. Ist das noch zu schaffen?
Häufig ja, aber es wird enger und teurer. Bei überschaubaren Risiken ist eine Platzierung in wenigen Wochen möglich. Bei komplexen Anlagen mit Besichtigung und Konsortialbeteiligung wird es schwierig.
Rufen Sie an, statt abzuwarten. Wir sagen Ihnen im ersten Gespräch, ob der Zeitrahmen realistisch ist. In manchen Fällen sind vorläufige Deckungen darstellbar, die Ihnen Luft verschaffen.
Was passiert, wenn wir gar keine Deckung finden?
Diesen Fall gibt es, und er ist ernst: Ohne Versicherungsschutz geraten Bankfinanzierungen, Leasingverträge und Kundenbeziehungen unter Druck, weil dort Nachweise verlangt werden.
Bevor es so weit kommt, gibt es meist Zwischenschritte: Teildeckungen, deutlich erhöhte Selbstbehalte, Begrenzung der Versicherungssumme, befristete Lösungen mit Auflagen zur Nachrüstung. Diese Wege sind unbequem, aber besser als gar nichts.
Der Versicherer hat nach einem Schaden gekündigt. Ist das erledigt?
Nein. Ein einzelner Schaden ist kein Ausschlusskriterium, wenn Sie zeigen können, dass Sie die Ursache verstanden und abgestellt haben.
Genau deshalb ist die Ursachenanalyse so wichtig. Ein Betrieb, der sagt "das war Pech", wird abgelehnt. Ein Betrieb, der sagt "die Ursache war X, wir haben Y und Z verändert, hier sind die Nachweise", bekommt Angebote.
Kostet uns Ihre Hilfe etwas?
Das Erstgespräch nicht. Wenn wir zusammenarbeiten, erhalten Sie ein Maklermandat und wir übernehmen die Betreuung. Unsere Vergütung ist in aller Regel in der Versicherungsprämie einkalkuliert, es entstehen also keine zusätzlichen Kosten für Sie.
Näheres steht in unserer Erstinformation.
Wir haben schon einen Makler. Können Sie trotzdem helfen?
Ja. Wenn Ihr bisheriger Makler am Markt keine Angebote mehr bekommt, liegt das nicht zwangsläufig an ihm. Für schwierige Risiken braucht es Zugänge, die nicht jedes Haus hat.
Sprechen Sie zuerst mit uns, bevor Sie etwas beenden. Wir sagen Ihnen offen, ob wir einen Weg sehen, den Ihr jetziger Betreuer nicht hat. Wenn nicht, sagen wir das auch.
Sprechen Sie mit uns, bevor die Zeit knapp wird
Ein Gespräch, kostenlos und ohne Verpflichtung. Danach wissen Sie, woran Sie sind.