Wenn der Markt keine Deckung mehr bietet
Es gibt Betriebe, die bekommen auf eine normale Anfrage nur noch Absagen. Nicht weil sie schlecht geführt wären, sondern weil sich der Markt verändert hat. Genau diese Risiken platzieren wir.
Sie sind damit nicht allein
Der Bundesverband Deutscher Versicherungsmakler hat gemeinsam mit den Versicherungsforen Leipzig untersucht, wie es um die Absicherung gewerblicher und industrieller Risiken steht. Befragt wurden 128 Maklerhäuser. Das Ergebnis beschreibt ziemlich genau, was Sie gerade erleben.
Rund die Hälfte der Befragten bezeichnet die Absicherungssituation im Industriegeschäft als schwierig, weitere knapp dreißig Prozent sogar als sehr schwierig. Am kritischsten ist der Bereich Feuer und Explosion, gefolgt von der Betriebsunterbrechung und den Naturgefahren.
Besonders auffällig: Versicherer kündigen bestehende Verträge auch dann, wenn Kunden bereit wären, höhere Prämien und höhere Selbstbehalte zu tragen. Es geht also nicht immer um den Preis, sondern darum, dass ein Haus ein Risiko grundsätzlich nicht mehr im Bestand haben möchte.
Der Verband weist zudem darauf hin, dass sich die Lage für den Mittelstand zu den Erneuerungsterminen weiter verschärft, weil Kapazität, Preise und Bedingungen gleichzeitig unter Druck geraten.
Ein Punkt, der viele überrascht
Investitionen in Nachhaltigkeit können die Versicherbarkeit erschweren. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, Ladeinfrastruktur auf dem Hof oder ein Batteriespeicher werden von manchen Versicherern als risikoerhöhend bewertet.
Für Unternehmen ist das schwer nachvollziehbar: Sie tun das, was von ihnen erwartet wird, und werden dafür beim Versicherungsschutz schlechter gestellt. Es ist trotzdem Realität, und man muss es in der Ausschreibung berücksichtigen, statt darauf zu hoffen, dass es niemand merkt.
- Abfallwirtschaft und Recycling
- Rohstoffe und Holzverarbeitung
- Lager und Logistik
- Kunststoffverarbeitung
- Chemie
- Galvanik und Oberflächentechnik
Warum Standardanfragen heute scheitern
Wenn ein Risiko schwierig ist, entscheidet nicht mehr der Preis, sondern die Frage, ob ein Underwriter das Risiko überhaupt beurteilen kann. Vier Gründe führen fast immer zur Absage.
Die Risikodarstellung entscheidet, nicht das Risiko
Das ist der Satz, den wir am häufigsten sagen, und er ist der wichtigste auf dieser Seite.
Ein Underwriter beurteilt nicht Ihren Betrieb. Er beurteilt die Unterlage, die vor ihm liegt. Zwei Betriebe mit identischem Risiko bekommen unterschiedliche Ergebnisse, je nachdem, wie ihr Risiko dargestellt wurde.
Genau deshalb ist diese Arbeit der Kern dessen, was wir tun. Sie ist aufwendig, sie dauert, und sie ist der Unterschied zwischen einer Absage und einem Angebot.
- Lageplan mit Brandabschnitten und Nutzungen
- Mengen, Materialien, Stoffströme, Lagerhöhen
- Anlagenbeschreibung und Prozessablauf
- Brandschutzkonzept, baulich, anlagentechnisch, organisatorisch
- Nachweise: Wartung, Prüfung, Schulung, Betriebsanweisungen
- Schadenhistorie der letzten fünf Jahre mit Ursachenanalyse
- Was nach jedem Schaden konkret verändert wurde
- Geplante Investitionen in Prävention mit Zeitplan
- Fotos, wo sie mehr sagen als Text
Was möglich ist, wenn der Standardweg endet
Selten führt ein einzelner Weg zum Ziel. Meist ist es eine Kombination, und welche passt, zeigt sich erst nach der Bestandsaufnahme.
In welcher Situation stecken Sie gerade?
Zu den häufigsten Fällen haben wir eigene Seiten mit konkreten Handlungsschritten.
Warum wir Wege finden, wo andere aufhören
Wir behaupten nicht, dass wir zaubern können. Was wir haben, sind drei Dinge, die sich nicht kurzfristig aufbauen lassen.
Verbindungen, die über Jahrzehnte gewachsen sind
Bernd Mathiessen ist seit 1991 im Geschäft. In dieser Zeit entstehen Beziehungen bis in die Vorstände der Gesellschaften. Diese Wege ersetzen kein Fachwissen, aber sie sorgen dafür, dass eine Anfrage überhaupt gelesen wird und nicht als Standardvorgang abgelehnt.
Die Fähigkeit, ein Risiko darzustellen
Wir wissen, wie ein Underwriter liest und was er sehen will. Diese Arbeit machen die meisten Makler nicht, weil sie aufwendig ist und sich nur bei größeren Mandaten rechnet.
Deckungskonzepte über die Genossenschaft
Als Mitglied der VEMA greifen wir auf Konzepte und Sondervereinbarungen zu, die über den Marktstandard hinausgehen. Das hilft nicht bei jedem Risiko, aber es erweitert den Spielraum spürbar.
Und wir sagen Nein, wenn wir keinen Weg sehen. Das gehört dazu. Ein Makler, der jeden Auftrag annimmt und dann monatelang nichts liefert, hilft niemandem.
- Melden Sie sich früh, nicht kurz vor Ablauf
- Sagen Sie offen, was war, auch die Schäden
- Lassen Sie das Risiko nicht parallel woanders anfragen
- Halten Sie zusammen, was an Nachweisen vorhanden ist
- Seien Sie offen für Investitionen in Prävention
Was Betriebe in dieser Lage fragen
Was gilt überhaupt als schwer versicherbar?
Es gibt keine amtliche Liste. In der Praxis sind es Risiken, bei denen ein Schaden schnell existenzbedrohend wird und gleichzeitig die Eintrittswahrscheinlichkeit erhöht ist. Meist geht es um Feuer, häufig kombiniert mit Umweltgefahren.
Betroffen sind derzeit vor allem Abfallwirtschaft und Recycling, Holz- und Kunststoffverarbeitung, Lager und Logistik, Chemie und Galvanik. Die Liste wächst, und einzelne Betriebe können auch außerhalb dieser Branchen schwierig werden, etwa nach einem Großschaden.
Wir wären bereit, mehr zu zahlen. Reicht das nicht?
Leider oft nicht. Die Studienlage zeigt, dass Versicherer bestehende Verträge auch dann kündigen, wenn Kunden höhere Prämien und Selbstbehalte akzeptieren würden. Es geht dann nicht um den Preis, sondern darum, dass ein Haus ein Risiko grundsätzlich nicht mehr im Bestand haben will.
Was in solchen Fällen hilft, ist nicht mehr Geld, sondern ein anderes Bild vom Risiko: nachweisbare Prävention, eine belastbare Darstellung und der Zugang zu einem Haus, das diese Betriebsart noch zeichnet.
Wie lange dauert eine Platzierung?
Bei überschaubaren Risiken einige Wochen. Bei komplexen Anlagen mit Besichtigung, Rückfragen und mehreren beteiligten Häusern zwei bis drei Monate, gelegentlich länger.
Deshalb ist der Zeitpunkt so entscheidend. Wer früh beginnt, kann verhandeln, nachbessern und mehrere Wege parallel verfolgen. Wer spät beginnt, hat nur noch eine Option: annehmen, was kommt.
Wir hatten einen Großschaden. Ist damit alles vorbei?
Nein. Ein Schaden allein ist kein Ausschlusskriterium. Entscheidend ist, was danach passiert ist.
Ein Betrieb, der sagt "das war Pech", wird abgelehnt. Ein Betrieb, der sagt "die Ursache war X, wir haben Y und Z verändert, hier sind die Nachweise", bekommt Angebote. Die Ursachenanalyse nach einem Schaden ist deshalb eine der wichtigsten Arbeiten überhaupt.
Unser Makler bekommt keine Angebote mehr. Können Sie mehr erreichen?
Möglicherweise, aber wir versprechen es nicht. Es kann daran liegen, dass die Darstellung nicht ausreicht oder dass die passenden Zugänge fehlen. Es kann aber auch sein, dass das Risiko in der jetzigen Form am Markt tatsächlich nicht platzierbar ist.
Sprechen Sie mit uns, bevor Sie etwas beenden. Wir sagen Ihnen offen, ob wir einen Ansatz sehen, den Ihr jetziger Betreuer nicht hat. Wenn nicht, sagen wir das auch.
Müssen wir in Brandschutz investieren?
Nicht zwingend, aber häufig ist es der wirksamste Hebel. Und es muss nicht immer die teuerste Maßnahme sein.
Oft zählt für einen Underwriter mehr, dass ein Betrieb sein Risiko sichtbar beherrscht: eingehaltene Lagerabstände, festgelegte Reinigungsintervalle, geschulte Mitarbeiter, dokumentierte Kontrollen. Das kostet wenig und wirkt stark. Wir sagen Ihnen vorher, wo in Ihrem Fall der größte Hebel liegt.
Was kostet uns das Erstgespräch?
Nichts. Sie schildern Ihre Situation, wir geben eine ehrliche Einschätzung. Erst wenn wir beide zusammenarbeiten wollen, erteilen Sie uns ein Maklermandat.
Auch dann entstehen keine zusätzlichen Kosten, weil unsere Vergütung in aller Regel in der Versicherungsprämie einkalkuliert ist. Näheres steht in unserer Erstinformation.
Betreuen Sie uns auch, wenn wir nicht aus Norddeutschland kommen?
Ja. Unser Hauptsitz ist Neumünster, wir betreuen Mandanten aber bundesweit. Gerade bei Sonderrisiken spielt die Entfernung eine untergeordnete Rolle, weil es auf Zugänge und Fachwissen ankommt.
Wo eine Besichtigung vor Ort sinnvoll ist, etwa bei Produktions- oder Lagerrisiken, kommen wir zu Ihnen.
Schildern Sie uns Ihre Situation
Je früher wir wissen, worum es geht, desto mehr Wege stehen offen. Das Gespräch kostet nichts und verpflichtet Sie zu nichts.