Versicherung für Molkereien und Milchverarbeitung
Ihr Rohstoff kommt täglich und wartet nicht. Wenn die Annahme steht, steht nicht nur Ihr Betrieb, sondern die Lieferkette von hundert Höfen.
Ein Ausfall wirkt sofort nach außen
In den meisten Betrieben bedeutet ein Stillstand, dass die Produktion später nachgeholt wird. Bei Ihnen geht das nicht.
Milch wird gemolken, ob Sie annehmen können oder nicht. Wenn Ihre Annahme steht, muss die Ware umgeleitet oder vernichtet werden, und zwar innerhalb von Stunden.
Damit entsteht ein Schaden bei Ihren Lieferanten, nicht nur bei Ihnen. Ob und in welchem Umfang Sie dafür einstehen, richtet sich nach Ihren Lieferverträgen und ist häufig unzureichend geregelt.
Was daraus folgt
Zwei Dinge gehören geklärt: Was schulden Sie Ihren Lieferanten bei Annahmestopp, und ist diese Haftung versichert?
Und zweitens: Wie schnell können Sie auf eine andere Anlage ausweichen? Mehrkosten für Lohnverarbeitung bei einem Nachbarbetrieb sind hier oft die wirksamste Lösung, weil sie den Schaden bei allen Beteiligten begrenzen.
Die Betriebsunterbrechung mit kurzer Toleranz
Anders als in der Metallverarbeitung, wo ein Ausfall über Wochen wehtut, aber überstanden wird, entscheiden bei Ihnen Tage.
Kunden im Lebensmitteleinzelhandel listen aus, wenn nicht geliefert wird. Eine Listung zurückzugewinnen dauert deutlich länger als die Reparatur.
Rechnen Sie deshalb die Haftzeit nicht an der Wiederherstellung, sondern an der Rückgewinnung Ihrer Marktposition. Mehr unter Haftzeit.
Rückruf ist eine eigene Deckung
Der Punkt, der am häufigsten fehlt: Die Kosten eines Rückrufs sind über die Produkthaftpflicht nicht gedeckt.
Die Produkthaftpflicht zahlt für Schäden, die Ihr Produkt anrichtet. Sie zahlt nicht für die Aktion, mit der Sie den Schaden verhindern.
Dazu gehören: Benachrichtigung des Handels, Rückholung, Entsorgung, Logistik, Personal, Kommunikation und der Wert der zurückgerufenen Ware.
Bei einem Produkt im Lebensmitteleinzelhandel erreichen diese Beträge schnell die Deckungssumme. Mehr unter Rückrufversicherung.
Und die Frage, wer zurückruft
Häufig sind Sie nicht die Marke, sondern der Hersteller für eine Handelsmarke. Dann ruft Ihr Kunde zurück und stellt Ihnen die Kosten in Rechnung.
Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Deckung auch Rückrufe durch Dritte erfasst, die auf Ihr Produkt zurückgehen. Das ist eine eigene Regelung.
Kühlung ist Ihre kritische Infrastruktur
Von der Annahme über die Verarbeitung bis zum Versandlager ist alles temperaturgeführt. Ein Ausfall über wenige Stunden macht Bestände unbrauchbar.
Das ist versicherungstechnisch kein selbstverständlicher Fall, weil die Ware äußerlich unverändert ist. Prüfen Sie, ob Verderb durch Kühlausfall ausdrücklich gedeckt ist und welche Voraussetzungen gelten.
Üblich sind Anforderungen an Temperaturüberwachung, Alarmierung und Notstromversorgung. Wer sie nicht erfüllt, bekommt im Schadenfall nichts.
- Produkthaftpflicht mit Serienschadenregelung und Schäden aus Weiterverarbeitung
- Rückrufkostenversicherung, einschließlich Rückrufen durch Handelspartner
- Betriebsunterbrechung mit Haftzeit nach Marktrückgewinnung, nicht nach Reparaturdauer
- Mehrkosten für Lohnverarbeitung bei Nachbarbetrieben
- Kühlgutdeckung für Verderb bei Anlagenausfall
- Maschinenversicherung für Separatoren, Homogenisatoren, Abfüllung und Kälteanlagen
- Rückwirkungsschäden, wenn Sie von einzelnen Zulieferern oder Abnehmern stark abhängen
Was Versicherer bei Ihnen ansehen
- Ammoniak in der Kälteanlage? Das ist ein eigenes Risiko mit Störfallrelevanz ab bestimmten Mengen
- Wie ist die Reinigung organisiert? Automatisierte Reinigung mit dokumentierten Parametern wird anders bewertet als manuelle
- Wie funktioniert die Rückverfolgbarkeit? Chargenbildung, Rückstellproben, Zuordnung zu Lieferanten und Abnehmern
- Welche Zertifizierungen bestehen? Standards im Lebensmittelbereich wirken sich auf die Bewertung aus
- Und wie ist die Abnehmerstruktur? Ein Betrieb mit einem Großabnehmer ist ein anderes Risiko als einer mit dreißig
Der letzte Punkt betrifft die Rückwirkungsdeckung: Wenn ein Großabnehmer ausfällt, steht Ihre Produktion, ohne dass bei Ihnen etwas passiert ist.
Die Umweltseite
Molkereiabwasser ist hoch belastet, und ein Zwischenfall in der Vorbehandlung kann eine kommunale Kläranlage überlasten.
Dazu kommt Ammoniak, wenn Sie damit kühlen: Eine Freisetzung ist ein Umweltereignis und gleichzeitig ein Personenschadenrisiko für Nachbarschaft und Belegschaft.
Mehr unter Umwelthaftpflicht.
Wie wir vorgehen
Wir beginnen bei der Rückverfolgbarkeit, weil sie die Schadenhöhe bestimmt, und bei der Frage, wie schnell Sie extern verarbeiten lassen könnten.
Danach rechnen wir die Haftzeit an der Rückgewinnung von Listungen durch. Diese Zahl ist fast immer höher als die reine Wiederherstellungszeit.
- Was schulden Sie Lieferanten bei Annahmestopp?
- Können Sie extern verarbeiten lassen, und wie schnell?
- Wie eng lässt sich eine Charge eingrenzen?
- Sind Rückrufkosten gedeckt, auch bei Rückruf durch Handelspartner?
- Ist Verderb durch Kühlausfall erfasst, mit welchen Auflagen?
- Kühlen Sie mit Ammoniak?
- Wie abhängig sind Sie von einzelnen Abnehmern?
- Und wie lange dauert die Rückgewinnung einer Listung?
Was uns Molkereien fragen
Was passiert bei einem Annahmestopp?
Die Milch wird trotzdem gemolken und muss innerhalb von Stunden umgeleitet oder vernichtet werden. Damit entsteht ein Schaden bei Ihren Lieferanten, nicht nur bei Ihnen.
Ob und in welchem Umfang Sie dafür einstehen, richtet sich nach Ihren Lieferverträgen. Diese Frage sollte geklärt und die entsprechende Haftung versichert sein.
Sind Rückrufkosten über die Produkthaftpflicht gedeckt?
Nein. Die Produkthaftpflicht zahlt für Schäden, die Ihr Produkt anrichtet, nicht für die Aktion, mit der Sie den Schaden verhindern.
Benachrichtigung, Rückholung, Entsorgung, Logistik und der Warenwert brauchen eine eigene Rückrufkostendeckung. Bei Produkten im Lebensmitteleinzelhandel erreichen diese Beträge schnell die Deckungssumme.
Wir produzieren für Handelsmarken. Was gilt dann?
Dann ruft Ihr Kunde zurück und stellt Ihnen die Kosten in Rechnung. Prüfen Sie ausdrücklich, ob Ihre Deckung auch Rückrufe durch Dritte erfasst, die auf Ihr Produkt zurückgehen.
Das ist eine eigene Regelung und in Standarddeckungen häufig nicht enthalten, obwohl es bei Lohnherstellern der Regelfall ist.
Ist Verderb bei Kühlausfall versichert?
Nur bei ausdrücklicher Regelung, weil die Ware äußerlich unverändert ist und kein klassischer Sachschaden vorliegt.
Üblich sind Auflagen zu Temperaturüberwachung, Alarmierung und Notstrom. Prüfen Sie, welche Ihre Bedingungen vorsehen. Wer sie nicht erfüllt, bekommt im Schadenfall keine Leistung.
Wie lange sollte unsere Haftzeit sein?
Nicht bemessen an der Reparatur, sondern an der Rückgewinnung Ihrer Marktposition. Kunden im Lebensmitteleinzelhandel listen aus, wenn nicht geliefert wird.
Eine Listung zurückzugewinnen dauert deutlich länger als die Instandsetzung. Wer wieder produzieren kann, aber keine Abnehmer hat, ist nicht gerettet.
Wir kühlen mit Ammoniak.
Dann besteht ein eigenes Risiko mit Störfallrelevanz ab bestimmten Mengen. Eine Freisetzung ist ein Umweltereignis und gleichzeitig ein Personenschadenrisiko für Belegschaft und Nachbarschaft.
Das gehört ausdrücklich in die Risikodarstellung, ebenso wie die vorhandenen Schutzmaßnahmen. Beides wirkt sich auf die Bewertung aus.
Wie lange dauert es, eine verlorene Listung zurückzuholen?
Diese Zahl bestimmt Ihre Haftzeit, nicht die Reparaturdauer.