Versicherung für Schaltanlagenbau
Ihre Anlagen stehen jahrzehntelang in fremden Gebäuden. Wenn ein Bauteil versagt, das Sie vor acht Jahren verbaut haben, sind Sie immer noch der Hersteller.
Sie sind Hersteller, nicht Handwerker
Das ist der Unterschied, der Ihre Absicherung von der eines Elektrobetriebs trennt.
Wer eine Schaltanlage baut, bringt ein Produkt in Verkehr. Damit greift die Produkthaftpflicht, und die reicht deutlich weiter als eine Betriebshaftpflicht.
Sie haften für das Produkt, auch Jahre nach der Auslieferung, und unabhängig davon, ob Sie einen Fehler gemacht haben. Bei der Produkthaftung nach dem Produkthaftungsgesetz kommt es auf Verschulden nicht an.
Was das praktisch bedeutet
Ein Klemmenbrand in einer Anlage von 2019 führt zu einem Hallenbrand beim Kunden. Der Versicherer des Kunden reguliert und nimmt anschließend Sie in Regress.
Ob Sie damals sorgfältig gearbeitet haben, ist dann eine Frage der Beweisführung. Und die Unterlagen von 2019 müssen Sie erst einmal haben.
Deshalb ist die Dokumentation bei Ihnen kein Verwaltungsthema, sondern Teil der Absicherung. Prüfprotokolle, Stücklisten mit Chargen, Abnahmen und die Konformitätserklärung gehören archiviert, und zwar länger, als es sich anfühlt.
Der Serienschaden ist Ihr größtes Risiko
Wenn Sie ein Bauteil einsetzen, das sich als fehlerhaft erweist, betrifft das nicht eine Anlage, sondern alle, in denen es verbaut ist.
Bei einer Serie von vierzig Anlagen bei fünfundzwanzig Kunden entscheidet dann eine einzige Klausel darüber, wie hoch Ihre Deckung tatsächlich ist: Ist das ein Versicherungsfall oder sind es fünfundzwanzig?
Beides hat eine Kehrseite. Bei einem Fall greift die Deckungssumme nur einmal, bei fünfundzwanzig fällt der Selbstbehalt fünfundzwanzig Mal an.
Mehr dazu unter Serienschaden. Das ist die Seite, die wir bei Zulieferern am häufigsten heranziehen.
Aus- und Einbaukosten
Der Posten, der die meisten überrascht.
Wenn Ihre Anlage ausgetauscht werden muss, ist der Wert der Anlage oft der kleinere Teil. Teurer sind: Ausbau, Entsorgung, Neuanlage, Einbau, Verkabelung, Inbetriebnahme und der Stillstand beim Kunden.
Bei einer Anlage für 30.000 Euro können die Nebenkosten das Doppelte betragen, besonders wenn sie in einem laufenden Betrieb steht und nur am Wochenende getauscht werden kann.
Diese Kosten sind in der Produkthaftpflicht nicht automatisch enthalten. Sie brauchen eine erweiterte Produkthaftpflicht, in der Aus- und Einbaukosten ausdrücklich eingeschlossen sind.
Und was mit dem Stillstand ist
Wenn die Fertigung Ihres Kunden während des Austauschs steht, ist das ein Vermögensschaden. Auch dafür braucht es eine gesonderte Regelung.
Bei Kunden mit Serienfertigung ist dieser Posten häufig größer als alles andere zusammen.
Die Werte in Ihrer eigenen Fertigung
Neben der Haftung steht Ihr Betrieb selbst. Und der hat eine Besonderheit, die bei der Summenermittlung regelmäßig zu kurz kommt.
Kundenmaterial. Beigestellte Komponenten, Schaltschränke zur Nachrüstung, Geräte zur Integration: All das ist fremdes Eigentum in Ihrer Halle und muss ausdrücklich mitversichert sein.
Werkstattfertige Anlagen. Eine fertige Anlage vor der Auslieferung trägt bereits den vollen Wert einschließlich Ihrer Arbeit. Bei mehreren gleichzeitig kommen erhebliche Summen zusammen.
Und Kupfer. Der Materialwert schwankt stark, und Buntmetall zieht Diebstahl an. Prüfen Sie, ob Ihre Summe zum aktuellen Preisniveau passt. Mehr unter Unterversicherung.
- Erweiterte Produkthaftpflicht mit Aus- und Einbaukosten und geprüfter Serienschadenklausel
- Vermögensschäden für Projektierung, Auslegung und Programmierung
- Tätigkeitsschäden bei Montage und Inbetriebnahme vor Ort
- Sachversicherung mit Kundenmaterial und werkstattfertigen Anlagen
- Betriebsunterbrechung mit Haftzeit passend zu Ihren Fertigungsanlagen
- Montage- und Transportdeckung für den Weg zum Kunden und den Aufbau
- Rückrufkosten, wenn Sie in Serie liefern
Was Versicherer bei Ihnen ansehen
Damit Sie wissen, worauf es bei der Risikoprüfung ankommt.
- Wer sind Ihre Abnehmer? Anlagen für Kliniken, Chemie oder Bahntechnik werden anders bewertet als für Gewerbebauten
- Exportieren Sie? Lieferungen nach Nordamerika verändern die Haftungslage erheblich
- Wie prüfen Sie? Prüfprotokolle nach Norm, Stückprüfung, Umgang mit Abweichungen
- Wie ist die Rückverfolgbarkeit organisiert? Chargen, Seriennummern, Zuordnung zu Anlagen
- Und wie sieht Ihre Schadenhistorie aus? Gab es Reklamationen, und was wurde daraus abgeleitet
Der vierte Punkt wird oft unterschätzt. Ein Betrieb mit sauberer Rückverfolgbarkeit ist ein anderes Risiko als einer ohne, und das schlägt sich in den Konditionen nieder.
Der Punkt mit dem Export
Wenn Ihre Anlagen in ein Fahrzeug, eine Maschine oder ein System eingebaut werden, das anschließend exportiert wird, gehen sie mit.
Das ist der Fall, den niemand meldet, weil man selbst nur nach Deutschland liefert. Die Haftung folgt aber dem Produkt.
Prüfen Sie deshalb den räumlichen Geltungsbereich Ihrer Produkthaftpflicht und klären Sie mit Ihren Kunden, wohin das Endprodukt geht. Bei Lieferungen in die USA oder nach Kanada gelten gesonderte Bedingungen.
Wie wir vorgehen
Wir gehen zuerst Ihre größte ausgelieferte Serie durch und rechnen daran, was ein Fehler in dieser Serie kosten würde, einschließlich Aus- und Einbau.
Diese Zahl ist meist deutlich höher als die vorhandene Deckungssumme, und sie ist der Ausgangspunkt für alles Weitere.
- Wie groß ist Ihre größte ausgelieferte Serie?
- An wie viele Kunden ging sie?
- Wie behandelt Ihre Police mehrere Ansprüche aus einer Ursache?
- Sind Aus- und Einbaukosten eingeschlossen?
- Gilt die Deckung auch für exportierte Endprodukte?
- Ist Kundenmaterial in der Sachversicherung erfasst?
- Passt die Summe zum aktuellen Kupferpreis?
- Und wie lange archivieren Sie Prüfprotokolle?
Was uns aus dem Schaltanlagenbau gefragt wird
Reicht eine Betriebshaftpflicht aus?
Nein. Sie bauen ein Produkt und bringen es in Verkehr, damit greift die Produkthaftpflicht. Die reicht deutlich weiter und wirkt Jahre nach der Auslieferung.
Bei der Haftung nach dem Produkthaftungsgesetz kommt es zudem nicht auf Verschulden an. Sie haften für den Fehler, nicht für die Nachlässigkeit.
Was sind Aus- und Einbaukosten?
Die Kosten, die entstehen, wenn Ihre Anlage ausgetauscht werden muss: Ausbau, Entsorgung, Neuanlage, Einbau, Verkabelung und Inbetriebnahme.
Sie übersteigen den Wert der Anlage häufig deutlich, besonders wenn sie in einem laufenden Betrieb steht. In der Produkthaftpflicht sind sie nicht automatisch enthalten, sondern müssen ausdrücklich eingeschlossen werden.
Ein Bauteil war fehlerhaft und steckt in vierzig Anlagen.
Dann entscheidet die Serienschadenklausel über Ihre tatsächliche Deckung: Ist das ein Versicherungsfall oder sind es vierzig?
Bei Zusammenfassung greift die Summe nur einmal, bei Einzelfällen fällt der Selbstbehalt vielfach an. Welche Variante günstiger ist, hängt von Ihrer Seriengröße und Kundenzahl ab und sollte durchgerechnet werden.
Wir liefern nur nach Deutschland. Ist Export ein Thema?
Möglicherweise doch. Wenn Ihre Anlage in eine Maschine oder ein System eingebaut wird, das anschließend exportiert wird, geht sie mit.
Die Haftung folgt dem Produkt, nicht Ihrem Lieferschein. Prüfen Sie den räumlichen Geltungsbereich Ihrer Police und klären Sie mit Kunden, wohin das Endprodukt geht. Für die USA und Kanada gelten gesonderte Bedingungen.
Ist Kundenmaterial in unserer Halle versichert?
Nur bei ausdrücklichem Einschluss. Beigestellte Komponenten, Schaltschränke zur Nachrüstung und Geräte zur Integration sind fremdes Eigentum in Ihrer Obhut.
Diese Position wird bei der Summenermittlung regelmäßig übersehen, weil sie nicht in der eigenen Bilanz steht. Bei einem Brand ist sie trotzdem betroffen.
Wie lange sollten wir Unterlagen aufbewahren?
Deutlich länger, als die handelsrechtlichen Fristen verlangen. Ansprüche aus Produkthaftung kommen häufig Jahre nach der Auslieferung.
Prüfprotokolle, Stücklisten mit Chargenzuordnung, Abnahmen und Konformitätserklärungen sind dann Ihre Verteidigung. Ohne sie steht Aussage gegen Aussage.
Was würde ein Fehler in Ihrer größten Serie kosten?
Mit Aus- und Einbau gerechnet. Diese Zahl ist der Ausgangspunkt.