Versicherung für Landhandel und Agrarhandel
Zwölf Monate im Jahr ein überschaubarer Handelsbetrieb. Und für sechs Wochen im Sommer eine Anlage, an der eine ganze Region hängt.
Die Saison verschiebt alles
Ihr Betrieb ist im Februar ein anderer als im August. Lagerbestand, Forderungsvolumen, Auslastung der Anlagen und die Folgen eines Ausfalls unterscheiden sich um ein Vielfaches.
Versicherungsverträge bilden das selten ab. Sie arbeiten mit festen Summen, und die passen entweder im Frühjahr oder im Herbst.
Die Lagersumme
Wenn die Summe am Jahresmittel bemessen ist, sind Sie in der Erntespitze unterversichert. Und dann wird im Schadenfall anteilig gekürzt, auch bei kleinen Schäden.
Dafür gibt es Regelungen mit Anpassung nach Bestandsmeldung. Der Aufwand ist überschaubar und verhindert eine Kürzung genau dann, wenn am meisten im Lager liegt.
Und die Betriebsunterbrechung
Ein Ausfall der Annahme im Oktober kostet anders als einer im März. Landwirte können in der Ernte nicht warten, sie fahren dann woanders hin, und manche kommen nicht zurück.
Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Deckung diese Saisonalität abbildet, oder ob sie mit einem gemittelten Deckungsbeitrag rechnet, der die Spitze nicht kennt.
Das Silo ist die kritische Anlage
Zwei Risiken, die in Ihrer Branche zusammenkommen und die Bewertung bestimmen.
Staub. In Fördertechnik, Elevatoren, Reinigung und Trocknung entsteht brennbarer Staub in einer Konzentration, die unter ungünstigen Umständen explosionsfähig ist. Deshalb sind Explosionsschutzkonzept, Wartung und Reinigung nicht nur Vorschrift, sondern Ihr wichtigstes Argument gegenüber einem Versicherer.
Und die Ware selbst. Zu feucht eingelagertes Getreide erwärmt sich, und im Extremfall kommt es zur Selbsterhitzung. Das ist ein Fall, bei dem geprüft wird, wie Sie Feuchte und Temperatur überwachen.
Ein Betrieb, der Belüftung, Messstellen und Kontrollintervalle dokumentiert, wird anders bewertet als einer, der auf Erfahrung verweist.
Was in Ihre Police gehört
Die Betriebsmittel sind ein eigenes Thema
Wer Dünger und Pflanzenschutzmittel lagert, hat ein Gefahrstofflager, auch wenn es nicht so heißt.
Daraus folgen dieselben Fragen wie im Chemiehandel: getrennte Lagerung, Auffangvolumina, Löschwasserrückhaltung und die Frage, was passiert, wenn Löschwasser in Boden oder Gewässer gelangt.
Bei bestimmten Düngern, insbesondere ammoniumnitrathaltigen, gelten zusätzliche Anforderungen an Lagerung und Mengen. Das ist versicherungsseitig relevant, weil ein Verstoß ein Ansatzpunkt für Leistungskürzung wäre.
Halten Sie Ihr Lagerkonzept aktuell und dokumentiert. Mehr zu dieser Systematik unter Chemiehandel und Gefahrstofflager.
Und die Forderungen
Ihr Geschäft hat einen Rhythmus, den andere Branchen nicht kennen: Sie liefern Betriebsmittel im Frühjahr und werden nach der Ernte bezahlt.
Damit finanzieren Sie Ihre Kunden über eine Saison, und Ihr Forderungsbestand erreicht genau dann seinen Höchststand, wenn das Wetter über den Ertrag entscheidet.
Ein schlechtes Jahr in der Region trifft deshalb nicht einen Kunden, sondern viele gleichzeitig. Das ist ein Klumpenrisiko, das sich nicht durch Streuung auflösen lässt, weil alle Ihre Kunden demselben Wetter ausgesetzt sind.
Eine Warenkreditdeckung ist deshalb bei Ihnen anders zu bewerten als in einem Handelsbetrieb mit verteilter Kundschaft.
- Passt die Lagersumme zur Erntespitze?
- Bildet die Betriebsunterbrechung die Saisonalität ab?
- Ist das Explosionsschutzkonzept dokumentiert?
- Wie überwachen Sie Feuchte und Temperatur im Lager?
- Erfasst die Produkthaftung Schäden an Tieren?
- Wie sind Serienschäden geregelt?
- Ist das Betriebsmittellager wie ein Gefahrstofflager bewertet?
- Wie hoch ist der Forderungsbestand nach der Aussaat?
Was Landhandelsbetriebe uns fragen
Unsere Lagerbestände schwanken enorm.
Dann passt eine feste Versicherungssumme nicht. Ist sie am Jahresmittel bemessen, sind Sie in der Erntespitze unterversichert, und im Schadenfall wird anteilig gekürzt.
Es gibt Regelungen mit Anpassung nach regelmäßiger Bestandsmeldung. Der Aufwand ist gering und verhindert eine Kürzung genau dann, wenn am meisten im Lager liegt.
Eine Futtermittelcharge war fehlerhaft.
Das ist der teuerste Fall Ihrer Branche, weil er nicht auf eine Sache wirkt, sondern auf Tierbestände. Zum Schaden gehören geschädigte Tiere, ausgefallene Milchleistung über Monate, verlängerte Mastzeiten und tierärztliche Behandlung.
Prüfen Sie, ob Ihre Produkthaftung Schäden an Tieren und die daraus folgenden Ertragsausfälle ausdrücklich erfasst. Und klären Sie die Serienschadenregelung, denn eine Charge geht an viele Betriebe.
Wie wird unser Silo bewertet?
Vor allem nach dem Explosionsschutz. In Fördertechnik, Elevatoren, Reinigung und Trocknung entsteht brennbarer Staub, und die Frage ist, wie damit umgegangen wird.
Was zählt, sind Konzept, Wartung, Reinigungsintervalle und deren Dokumentation. Dazu die Überwachung von Feuchte und Temperatur, weil zu feucht eingelagerte Ware sich erwärmen kann.
Wir lagern auch Dünger und Pflanzenschutzmittel.
Dann haben Sie ein Gefahrstofflager, auch wenn es nicht so heißt. Es gelten dieselben Fragen: getrennte Lagerung, Auffangvolumina, Löschwasserrückhaltung.
Bei ammoniumnitrathaltigen Düngern kommen zusätzliche Anforderungen an Lagerung und Mengen hinzu. Ein Verstoß wäre versicherungsseitig ein Ansatzpunkt für Leistungskürzung, deshalb sollte das Lagerkonzept aktuell und dokumentiert sein.
Unsere Kunden zahlen erst nach der Ernte.
Damit finanzieren Sie über eine Saison vor, und Ihr Forderungsbestand erreicht seinen Höchststand, wenn das Wetter über den Ertrag entscheidet.
Die Besonderheit ist das Klumpenrisiko: Ein schlechtes Jahr trifft nicht einen Kunden, sondern viele gleichzeitig, weil alle demselben Wetter ausgesetzt sind. Eine Warenkreditdeckung ist deshalb bei Ihnen anders zu bewerten als in einem Handelsbetrieb mit verteilter Kundschaft.
Was passiert, wenn die Annahme in der Ernte ausfällt?
Wirtschaftlich mehr als zu jeder anderen Zeit. Landwirte können nicht warten, sie fahren woanders hin, und ein Teil kommt nicht zurück.
Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Betriebsunterbrechungsdeckung die Saisonalität abbildet oder mit einem gemittelten Deckungsbeitrag rechnet. Der Unterschied ist erheblich, und er zeigt sich erst im Schadenfall.
Passt Ihre Lagersumme zum Oktober oder zum Februar?
Bei den meisten Verträgen ist die Antwort ungünstig. Wir sehen es uns an.