Risikomanagement: die Arbeit vor der Police
Eine Versicherung ist die letzte Stufe. Davor stehen vier andere, und wer sie überspringt, kauft teuer ein, was er hätte vermeiden können.
Die fünf Stufen
Vor jeder Deckungsfrage steht dieselbe Reihenfolge. Sie ist banal und wird trotzdem selten eingehalten.
- Erkennen: Welche Risiken hat dieser Betrieb tatsächlich?
- Bewerten: Wie wahrscheinlich, und wie teuer im schlimmsten Fall?
- Vermeiden: Lässt sich das Risiko ganz abstellen?
- Vermindern: Lässt es sich technisch oder vertraglich begrenzen?
- Übertragen: Was davon gehört an einen Versicherer?
Der Fehler liegt fast immer bei den Stufen drei und vier. Sie werden übersprungen, weil sie Aufwand bedeuten und niemand daran verdient.
Ein Beispiel für den Unterschied
Ein Betrieb lagert Ware im Wert von zwei Millionen Euro in einer Halle. Der klassische Weg: Summe erhöhen, Prämie zahlen.
Der andere Weg: Prüfen, ob ein Teil der Ware in eine zweite Halle kann. Wenn ja, sinkt der mögliche Höchstschaden, und mit ihm die Prämie. Dauerhaft, nicht nur in diesem Jahr.
Das ist keine Zauberei, sondern die Frage, die vor dem Angebot kommt.
Was wir konkret tun
Wir sind ein Maklerhaus mit acht Mitarbeitern und kein Ingenieurbüro. Was wir leisten können, ist deshalb klar umrissen.
Risikoerfassung
Wir gehen mit Ihnen durch den Betrieb und erfassen, was tatsächlich vorhanden ist: Gebäude, Anlagen, Bestände, Prozesse, Abhängigkeiten und Verträge.
Der häufigste Fund ist nicht eine fehlende Versicherung, sondern eine veraltete Grundlage. Summen aus einer Zeit, in der der Betrieb halb so groß war, Standorte, die nie nachgemeldet wurden, Anlagen, die nicht mehr existieren.
Vertragsanalyse
Der Teil, der am meisten bringt und am wenigsten sichtbar ist. Wir sehen uns nicht nur Ihre Policen an, sondern Ihre Geschäftsverträge.
Denn dort steht, wofür Sie einstehen: Freistellungen, Vertragsstrafen, zugesagte Verfügbarkeiten, Haftungsübernahmen über das gesetzliche Maß hinaus.
Vertraglich übernommene Haftung ist häufig nicht versichert. Wer das vor Unterschrift weiß, kann verhandeln. Danach nicht mehr. Mehr unter Freistellungsklauseln.
Risikodarstellung gegenüber dem Markt
Bei schwierigen Risiken entscheidet die Aufbereitung darüber, ob überhaupt gezeichnet wird und zu welchem Preis.
Wir bereiten Ihr Risiko so auf, dass ein Risikoprüfer damit arbeiten kann: Was ist vorhanden, was wurde investiert, wie wird geprüft, was ist dokumentiert.
Das ist der Punkt, an dem sich Makler am deutlichsten unterscheiden, und der Grund, warum wir Risiken platzieren können, bei denen andere aufgeben. Mehr unter schwer versicherbare Risiken und wie eine Ausschreibung abläuft.
Schadenbegleitung
Nach einem Schaden vertreten wir Ihre Position gegenüber dem Versicherer, prüfen die Regulierung und begleiten das Verfahren.
Und wir werten aus, was passiert ist. Jeder Schaden enthält eine Information darüber, was beim nächsten Mal besser laufen kann. Mehr unter Schadenmanagement.
- Kein Brandschutzgutachten. Das machen Sachverständige, wir organisieren den Kontakt und übersetzen das Ergebnis für den Versicherer.
- Keine Rechtsberatung. Vertragsklauseln bewerten wir versicherungsseitig, die rechtliche Prüfung gehört zu Ihrem Anwalt.
- Keine Steuerberatung. Insbesondere bei Vorsorgethemen arbeiten wir Ihrem Steuerberater zu.
- Keine Zertifizierung. Für Managementsysteme gibt es spezialisierte Anbieter.
Der Jahresrhythmus
Risikomanagement ist kein Projekt, sondern eine Gewohnheit. Wir arbeiten deshalb mit einem festen Turnus.
- Einmal jährlich ein Gespräch über Veränderungen im Betrieb: Umsatz, Mitarbeiter, Standorte, Maschinen, neue Tätigkeiten, neue Märkte
- Vor der Erneuerung die Marktsondierung, rechtzeitig statt kurz vor Ablauf
- Anlassbezogen, wenn etwas Größeres ansteht
Der erste Punkt ist der wichtigste und der, der am häufigsten ausfällt. Betriebe verändern sich, Verträge nicht. Die Lücke wächst unbemerkt, bis ein Schaden sie sichtbar macht.
Mehr unter wenn etwas ansteht.
Wann sich der Aufwand besonders lohnt
- Vor der Erneuerung, wenn der Markt gerade günstig ist. Mehr unter Marktphase nutzen.
- Nach einem Schaden, weil dann alle Beteiligten zuhören
- Bei starkem Wachstum, weil Summen und Haftzeiten dann fast immer nicht mehr passen
- Vor einer Übernahme, weil Risiken den Kaufpreis beeinflussen
- Und wenn ein Versicherer gekündigt hat, weil dann die Aufbereitung über die Platzierung entscheidet
Was Sie davon haben
Ehrlich gesagt nicht immer eine niedrigere Prämie. Manchmal stellt sich heraus, dass Sie unterversichert waren, und dann kostet die Korrektur Geld.
Was Sie sicher haben: eine belastbare Grundlage. Sie wissen, was gedeckt ist, was nicht, und warum das so entschieden wurde.
Das klingt unspektakulär. Im Schadenfall ist es der Unterschied zwischen einer Abwicklung und einer Auseinandersetzung.
- Welcher Ausfall würde Sie am härtesten treffen?
- Wie lange könnten Sie ihn wirtschaftlich aushalten?
- Von welchem Kunden oder Lieferanten sind Sie abhängig?
- Was haben Sie in Verträgen an Haftung übernommen?
- Wann wurden Ihre Summen zuletzt überprüft?
- Welche Schäden hatten Sie in den letzten fünf Jahren?
- Was hat sich im Betrieb verändert, ohne dass jemand Bescheid wusste?
- Und was würden Sie ändern, wenn Geld keine Rolle spielte?
Was uns Unternehmen fragen
Was kostet Risikomanagement bei Ihnen?
Im Rahmen eines Maklermandats ist es Bestandteil unserer Arbeit und nicht gesondert zu vergüten. Wir werden über Courtage vergütet, die im Beitrag enthalten ist.
Für abgegrenzte Aufgaben außerhalb eines Mandats lässt sich eine Vergütung vereinbaren. Was im Einzelfall sinnvoll ist, klären wir vorher und transparent. Mehr dazu auf unserer Seite zu Maklerkosten.
Wir haben doch schon alles versichert. Wozu das?
Weil Versicherung die letzte von fünf Stufen ist. Davor stehen Erkennen, Bewerten, Vermeiden und Vermindern, und genau diese werden meist übersprungen.
Ein Beispiel: Wer Warenbestände auf zwei Hallen verteilt, senkt den möglichen Höchstschaden und damit dauerhaft die Prämie. Das leistet keine Summenerhöhung.
Was ist der häufigste Fund bei Ihnen?
Keine fehlende Versicherung, sondern eine veraltete Grundlage. Summen aus einer Zeit, in der der Betrieb halb so groß war, Standorte, die nie nachgemeldet wurden, Anlagen, die längst ersetzt sind.
Der zweithäufigste Fund steht nicht in der Police, sondern im Geschäftsvertrag: übernommene Haftung, die über das gesetzliche Maß hinausgeht und deshalb regelmäßig nicht versichert ist.
Machen Sie auch Brandschutzgutachten?
Nein, das machen Sachverständige. Wir organisieren den Kontakt und übersetzen das Ergebnis in eine Form, mit der ein Risikoprüfer arbeiten kann.
Genau daran scheitert es häufig: Ein gutes Gutachten liegt vor, aber niemand hat es dem Versicherer erklärt. Diese Nahtstelle ist unsere Aufgabe.
Wie oft sollten wir das machen?
Einmal jährlich ein Gespräch über Veränderungen im Betrieb, rechtzeitig vor der Erneuerung eine Marktsondierung, und anlassbezogen, wenn etwas Größeres ansteht.
Der jährliche Termin ist der wichtigste und fällt am häufigsten aus. Betriebe verändern sich, Verträge nicht, und die Lücke wächst unbemerkt.
Wird unsere Prämie danach günstiger?
Nicht immer, und wir versprechen das auch nicht. Manchmal zeigt sich, dass Sie unterversichert waren, und die Korrektur kostet Geld.
Was Sie sicher bekommen, ist eine belastbare Grundlage: Sie wissen, was gedeckt ist, was nicht, und warum. Im Schadenfall ist das der Unterschied zwischen einer Abwicklung und einer Auseinandersetzung.
Welcher Ausfall würde Sie am härtesten treffen?
Wenn Sie die Antwort kennen, haben wir einen guten Startpunkt.