Was kostet eine Gewerbeversicherung?
Für einen kleinen Dienstleistungsbetrieb beginnt eine Betriebshaftpflicht im niedrigen dreistelligen Bereich pro Jahr. Bei einem Produktionsbetrieb mit Halle und Maschinen liegt das Gesamtpaket schnell im fünfstelligen.
Warum es keinen Pauschalpreis gibt
Gewerbeversicherung ist kein Produkt, sondern ein Sammelbegriff. Was ein Betrieb zahlt, hängt davon ab, welche Verträge er überhaupt braucht.
Ein IT-Dienstleister mit drei Leuten im Büro braucht eine Betriebshaftpflicht, eine Vermögensschadendeckung und Cyber. Eine Schlosserei mit eigener Halle braucht dazu Sach, Betriebsunterbrechung, Maschinen und einen Fuhrpark.
Der eine zahlt vierstellig im Jahr, der andere fünfstellig, und beide zahlen den angemessenen Preis für ihr Risiko.
Was den Beitrag tatsächlich bestimmt
- Die Tätigkeit. Der wichtigste Faktor. Ein Malerbetrieb wird anders eingestuft als ein Dachdecker, obwohl beide Handwerk sind
- Der Umsatz oder die Lohnsumme, als Maß für den Umfang
- Die Versicherungssummen, also wie viel im Ernstfall zur Verfügung steht
- Werte und Bauart bei Gebäuden, Vorräten und Technik
- Die Schadenhistorie der letzten Jahre
- Und die Selbstbeteiligung, die Sie selbst wählen können
Größenordnungen aus der Praxis
Damit Sie etwas anfangen können, hier realistische Spannen. Das sind Erfahrungswerte für die Betriebshaftpflicht, nicht für ein Gesamtpaket, und sie können im Einzelfall deutlich abweichen.
Betriebshaftpflicht: typische Jahresbeiträge
Erfahrungswerte für kleinere und mittlere Betriebe, gerundet. Keine Tarifangaben.
Diese Zahlen betreffen nur die Betriebshaftpflicht. Sach, Betriebsunterbrechung, Cyber und Fuhrpark kommen je nach Betrieb hinzu und übersteigen sie häufig.
Was ein Gesamtpaket ausmacht
Bei den meisten Betrieben ist die Haftpflicht nicht der größte Posten. Bei Unternehmen mit eigenen Werten ist es die Sachversicherung, und bei fertigungsintensiven Betrieben die Betriebsunterbrechung.
Grob gesagt verteilt sich ein typisches Gewerbepaket so:
- Sach und Betriebsunterbrechung: oft der größte Block, weil er an Gebäude-, Waren- und Maschinenwerten hängt
- Betriebshaftpflicht: vergleichsweise günstig gemessen an dem, was sie leistet
- Fuhrpark: bei Betrieben mit vielen Fahrzeugen schnell der zweitgrößte Posten
- Cyber: in den letzten Jahren spürbar teurer geworden
- Spezialdeckungen wie D&O, Rechtsschutz, Transport oder Kaution nach Bedarf
Deshalb bringt es wenig, an der Haftpflicht zu sparen. Wenn ein Beitrag gesenkt werden soll, liegt der Hebel fast immer woanders.
Wo tatsächlich Geld liegt
Aus unserer Praxis die drei häufigsten Fundstellen:
Doppelte Deckungen. Über die Jahre entstehen Verträge nebeneinander, die dasselbe abdecken. Das fällt niemandem auf, weil jeder einzeln plausibel aussieht.
Positionen, die es nicht mehr gibt. Verkaufte Fahrzeuge, aufgegebene Standorte, stillgelegte Maschinen. Wir haben Betriebe erlebt, die jahrelang für eine Halle gezahlt haben, die längst nicht mehr genutzt wurde.
Und die Selbstbeteiligung. Wer Kleinschäden ohnehin selbst reguliert, zahlt für eine niedrige Selbstbeteiligung Geld, das er nie zurückbekommt. Mehr unter Beitragsoptimierung.
Was Unternehmer zu den Kosten fragen
Können Sie mir einen Preis nennen, ohne alles zu prüfen?
Eine Größenordnung ja, einen Preis nein. Für eine belastbare Aussage brauchen wir Tätigkeit, Umsatz oder Lohnsumme, die zu versichernden Werte und die Schadenhistorie.
Das dauert im Erstgespräch etwa zwanzig Minuten. Danach wissen Sie, in welchem Rahmen Sie sich bewegen, bevor überhaupt jemand ein Angebot rechnet.
Warum ist unser Beitrag gestiegen, obwohl nichts passiert ist?
Meist wegen der Anpassungsklausel: Versicherungssummen und Beiträge werden an Baukosten- oder Preisindizes gekoppelt, damit die Deckung mit den Werten mitwächst. Das ist grundsätzlich sinnvoll.
Dazu kommt seit einigen Jahren eine allgemeine Marktverhärtung, besonders bei Sach und Cyber. Wenn die Erhöhung deutlich ausfällt, lohnt eine Prüfung. Mehr unter Prämie stark erhöht.
Ist ein Gewerbepaket günstiger als Einzelverträge?
Oft ja, wegen Bündelnachlässen und weil nur eine Verwaltung anfällt. Der Nachteil: Pakete sind standardisiert, und was nicht ins Raster passt, fehlt.
Für kleinere Betriebe mit klarem Risikoprofil ist ein Paket meist sinnvoll. Sobald es Besonderheiten gibt, etwa Sonderrisiken oder hohe Werte, ist eine maßgeschneiderte Lösung besser, auch wenn sie zunächst teurer aussieht.
Lohnt sich eine höhere Selbstbeteiligung?
Häufig ja, und das wird unterschätzt. Wer Schäden unter tausend Euro ohnehin selbst reguliert, weil er den Vertrag nicht belasten will, zahlt für eine niedrige Selbstbeteiligung Geld ohne Gegenwert.
Wichtig ist, dass Sie den gewählten Betrag im Ernstfall auch tragen können, möglicherweise mehrfach im Jahr. Wir rechnen das mit Ihnen durch, statt es pauschal zu empfehlen.
Kostet ein Makler zusätzlich?
Nein. Unsere Vergütung ist die Courtage, die der Versicherer aus dem Beitrag zahlt. Der Beitrag ist derselbe wie bei einem Direktabschluss.
Dass darin ein Interessenkonflikt liegt, sprechen wir offen an, weil höhere Beiträge auch höhere Courtage bedeuten. Wie wir damit umgehen, steht unter Was kostet ein Versicherungsmakler.
Wir zahlen zu viel. Woran erkennen wir das?
An drei Dingen: Verträge, die aus einer anderen Betriebsgröße stammen. Positionen, die es nicht mehr gibt. Und Deckungen, die doppelt vorhanden sind.
Das lässt sich in einer Prüfung feststellen, und die kostet Sie nichts. Wenn dabei herauskommt, dass alles passt, sagen wir Ihnen das auch.
Wollen Sie wissen, was Ihr Betrieb kosten würde?
Zwanzig Minuten am Telefon genügen für eine belastbare Größenordnung.