Versicherung für Großhandel und Distribution
Ihr größtes Risiko liegt nicht in der Halle. Es liegt darin, dass ein einziger Abnehmer nicht zahlt, während Sie beim Lieferanten längst bezahlt haben.
Der Ausfall, der Sie mitnimmt
Großhandel bedeutet Vorfinanzierung. Sie kaufen ein, lagern, liefern und warten auf Ihr Geld. Bei Zahlungszielen von dreißig oder sechzig Tagen sind erhebliche Beträge permanent offen.
Wenn ein größerer Abnehmer Insolvenz anmeldet, ist die Ware weg und die Forderung wertlos. Bei Margen, die im Handel typischerweise dünn sind, brauchen Sie viel Umsatz, um einen einzigen solchen Ausfall auszugleichen.
Dafür gibt es die Warenkreditversicherung. Sie ersetzt den Ausfall, wenn ein Kunde nicht zahlt. Der wertvollere Teil ist aber oft ein anderer:
Sie bekommen Bonitätsauskünfte, bevor Sie liefern. Der Versicherer beobachtet Ihre Abnehmer laufend und meldet sich, wenn sich die Lage verschlechtert. Damit können Sie reagieren, bevor die Forderung entsteht, statt hinterher zu mahnen.
Für Händler mit wenigen großen Abnehmern lohnt sich das früher, als die meisten denken.
Und das Lager
Ihre zweite große Position. Die Werte in einer Großhandelshalle übersteigen den Gebäudewert oft um ein Vielfaches, und sie schwanken saisonal erheblich.
Drei Punkte entscheiden hier:
- Die Summe muss zur Spitze passen, nicht zum Durchschnitt. Sonst wird bei jedem Schaden anteilig gezahlt
- Kommissionsware muss abgegrenzt sein. Was gehört Ihnen, was steht nur bei Ihnen? Wer haftet wofür?
- Akkugeräte müssen gemeldet sein. Powerbanks, Werkzeug, E-Bikes: Das verändert die Brandlast erheblich und ist ein häufiger Grund für Auflagen
Was ein Großhändler braucht
Die typischen Lücken
Diese Punkte finden wir bei Großhändlern regelmäßig.
- Keine Absicherung gegen Forderungsausfall, obwohl wenige große Kunden den Großteil des Umsatzes ausmachen
- Die Lagersumme ist auf den Durchschnitt gerechnet
- Kommissionsware ist nicht abgegrenzt
- Die Police erfasst nur Handel, obwohl importiert wird
- Keine Rückrufkostendeckung bei Serienprodukten
- Akkugeräte im Sortiment wurden nie gemeldet
- Die Betriebsunterbrechung berücksichtigt nicht, dass Kunden abwandern
- Ware bei Dienstleistern oder in Außenlagern ist nicht erfasst
- Cyber fehlt, obwohl der gesamte Ablauf digital gesteuert wird
- Auslandsdeckung fehlt trotz Lieferungen ins EU-Ausland
Was Großhändler uns fragen
Ab wann lohnt sich eine Warenkreditversicherung?
Nicht ab einer bestimmten Umsatzgröße, sondern ab einer bestimmten Abhängigkeit. Wenn Sie den Ausfall Ihres größten Kunden nicht aus eigener Kraft verkraften, lohnt sie sich.
Rechnen Sie es einmal durch: Welche offene Forderung hat Ihr größter Abnehmer im Schnitt? Und wie viel Umsatz bräuchten Sie bei Ihrer Marge, um diesen Betrag wieder zu verdienen? Bei den meisten Großhändlern ist das Ergebnis unangenehm.
Was passiert mit Kommissionsware im Schadenfall?
Das hängt davon ab, was vereinbart ist. Die Ware gehört nicht Ihnen, liegt aber bei Ihnen, und für den Schaden interessiert sich am Ende der Eigentümer.
Häufig ist ungeregelt, wer sie versichert. Dann streiten im Schadenfall zwei Versicherer, während Sie in der Mitte stehen. Das gehört vorher geklärt und in den Vertrag geschrieben.
Wir importieren direkt. Was bedeutet das für die Haftung?
Sie werden haftungsrechtlich wie ein Hersteller behandelt. Wenn ein Produkt jemanden verletzt, geht der Geschädigte zu Ihnen, nicht zum Werk in Fernost.
Ihre Police muss deshalb die Rolle als Importeur abbilden. Und sie sollte Rückrufkosten enthalten: Wenn eine ganze Charge zurückgeholt werden muss, kostet das ein Vielfaches des Warenwerts, weil Logistik, Kommunikation und Erstattung zusammenkommen.
Wie lang sollte unsere Haftzeit sein?
Länger, als es die Bauzeit nahelegt. Nach einem Hallenbrand brauchen Sie Lagerfläche, Regaltechnik und einen neuen Warenbestand.
Entscheidend ist aber etwas anderes: Ihre Kunden brauchen Ware, und wenn Sie nicht liefern können, kaufen sie woanders. Diese Beziehungen zurückzugewinnen dauert. Genau das gehört in die Haftzeit, und genau das wird bei der Bemessung vergessen.
Wir haben Akkugeräte im Sortiment. Ist das ein Problem?
Es ist ein Meldepunkt. Lithium-Ionen-Batterien verändern die Brandlast in einer Lagerhalle erheblich, und viele Versicherer haben dazu inzwischen eigene Anforderungen an Lagerung, Abstände und Löschtechnik.
Nicht gemeldet kann das im Schadenfall zum Problem werden, unabhängig davon, ob ein Akku die Ursache war. Mehr dazu auf unserer Seite Batterielager und Lithium-Ionen.
Was passiert, wenn unser Warenwirtschaftssystem ausfällt?
Sie können weder annehmen noch kommissionieren noch ausliefern. In einem Betrieb mit tausenden Artikeln funktioniert ohne System praktisch nichts, und die Schnittstellen zu Ihren Kunden stehen ebenfalls still.
Die klassische Betriebsunterbrechung greift dabei nicht, weil kein Sachschaden vorliegt. Dafür braucht es die Betriebsunterbrechung innerhalb der Cyberversicherung, abgestimmt mit der Sachversicherung.
Was passiert, wenn Ihr größter Kunde nicht zahlt?
Wir rechnen das mit Ihnen durch und zeigen Ihnen die Wege. Kostenlos und unverbindlich.