Was kostet die PKV im Alter?
Die häufigste Sorge in der privaten Krankenversicherung, und die berechtigtste. Sie lässt sich lösen, aber nicht dadurch, dass man sie verdrängt, bis man siebzig ist.
Warum der Beitrag überhaupt steigt
Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung hängt Ihr Beitrag nicht vom Einkommen ab. Das ist im Berufsleben ein Vorteil und im Ruhestand die Herausforderung, weil das Einkommen sinkt und der Beitrag nicht.
Für die Steigerung gibt es zwei Gründe, und nur einer davon hat mit dem Alter zu tun.
Der medizinische Fortschritt. Behandlungen werden besser und teurer. Das trifft alle Versicherten, unabhängig vom Alter, und ist der Hauptgrund für Beitragsanpassungen.
Und die Kalkulation. In jungen Jahren zahlen Sie mehr, als Sie verbrauchen. Aus dieser Differenz entstehen Alterungsrückstellungen, die später gegensteuern.
Was von selbst hilft
Zwei Dinge, die viele nicht auf dem Schirm haben.
Auf bestimmte Tarife wird ein gesetzlicher Zuschlag von zehn Prozent erhoben, der für die Beitragsentlastung im Alter angespart wird. Ab Alter 60 entfällt er, und der Beitrag sinkt automatisch.
Und im Ruhestand ändert sich Ihr Beitrag nicht deshalb, weil Sie älter werden oder mehr Leistungen brauchen. Anders als in der gesetzlichen Versicherung zahlen Sie auch auf Mieteinnahmen, Betriebsrenten oder Kapitalerträge keine zusätzlichen Beiträge. Wer im Alter Vermögen hat, steht damit oft besser da als in der GKV.
Das reicht aber nicht, um die Steigerung auszugleichen. Deshalb gehört die Finanzierung im Alter in die Planung, und zwar von Anfang an.
Wie sich die Beiträge im Alter finanzieren lassen
Es gibt mehrere, und sie haben unterschiedliche Eigenschaften. Welcher passt, hängt von Ihrer Situation ab, nicht von einer allgemeinen Empfehlung.
Der Beitragsentlastungstarif
Ein Zusatzbaustein innerhalb Ihrer PKV. Sie zahlen heute mehr, dafür sinkt der Beitrag ab einem vereinbarten Alter um einen festen Betrag.
Dafür spricht: Der Beitrag ist in weiten Teilen steuerlich absetzbar, ein Arbeitgeberzuschuss ist möglich, es gibt keine Gesundheitsprüfung, und das Geld ist zweckgebunden angelegt. Der letzte Punkt ist auch psychologisch ein Vorteil: Man kommt nicht heran und gibt es nicht für etwas anderes aus.
Dagegen spricht: Genau diese Zweckbindung. Das Guthaben lässt sich nur für den Beitrag verwenden, nicht für etwas anderes. Bei einem Wechsel des Versicherers geht es nicht ohne Weiteres mit. Der Zusatzbeitrag läuft je nach Ausgestaltung auch im Alter weiter und zehrt die Entlastung teilweise auf. Und der Versicherer kann ihn nachträglich anpassen.
Die Basisrente
Eine geförderte Rentenversicherung, deren Auszahlung Sie im Alter frei verwenden können, auch für Ihre Krankenversicherungsbeiträge.
Dafür spricht: Die Beiträge werden nur bis zum Rentenbeginn gezahlt, nicht darüber hinaus. Steuerlich ist sie in der Ansparphase attraktiv, besonders bei hohem Einkommen.
Dagegen spricht: Sie ist verrentungspflichtig, es gibt keine Kapitalauszahlung, und die Rente ist zu versteuern.
Und die freie Lösung
Eine Anlage ohne Zweckbindung und ohne Förderung. Maximal flexibel, aber ohne steuerliche Vorteile und ohne den Schutz vor dem eigenen Zugriff.
Die Rechnung, die wir mit Ihnen machen
Die meisten Menschen kennen ihren heutigen Beitrag und haben keine Vorstellung davon, womit sie mit siebzig rechnen müssen.
Wir rechnen das durch, und zwar in beide Richtungen:
Was kommt auf Sie zu? Auf Basis einer realistischen Beitragsentwicklung, nicht mit einer beruhigenden Annahme. Dazu die Entlastungen, die automatisch greifen.
Was haben Sie dann zur Verfügung? Gesetzliche Rente, betriebliche Versorgung, private Vorsorge, gegebenenfalls Zuschüsse.
Und was bleibt als Lücke? Das ist die Zahl, um die es geht. Sie ist die Grundlage für alles Weitere, und sie ist bei jedem anders.
Erst danach sprechen wir über Produkte. Vorher wäre es Verkauf, nicht Beratung.
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
So früh wie möglich, aus einem einfachen Grund: Je länger die Ansparzeit, desto geringer der monatliche Aufwand. Der Unterschied zwischen einem Start mit dreißig und einem mit fünfzig ist erheblich.
Wenn Sie ohnehin gerade über einen Wechsel in die PKV nachdenken, gehört diese Frage in dieselbe Entscheidung. Wer die Ersparnis gegenüber der gesetzlichen Versicherung teilweise für die Zukunft zurücklegt, statt sie zu verbrauchen, löst das Problem, bevor es entsteht.
Und wenn Sie schon seit Jahren privat versichert sind: Es ist nicht zu spät. Es wird nur teurer, je länger man wartet. Auch dann lohnt sich die Rechnung, weil sie Klarheit schafft.
- Wie hat Ihre Gesellschaft in den letzten Jahrzehnten angepasst?
- Welche Entlastungen greifen bei Ihnen automatisch?
- Womit müssen Sie im Ruhestand realistisch rechnen?
- Was steht Ihnen dann zur Verfügung?
- Wie groß ist die Lücke tatsächlich?
- Welcher Weg passt zu Ihrem Status und Einkommen?
- Lohnt sich ein Tarifwechsel innerhalb Ihrer Gesellschaft?
Was uns dazu gefragt wird
Wird die PKV im Alter unbezahlbar?
Nicht zwangsläufig, aber sie wird teurer, und wer nicht vorsorgt, hat ein Problem. Die Aussage, die PKV sei im Alter generell unbezahlbar, ist ebenso falsch wie die Beruhigung, es regle sich von selbst.
Entscheidend sind drei Dinge: die Wahl der Gesellschaft, die Vorsorge für die Beiträge und die Bereitschaft, den Tarif im Laufe des Lebens zu überprüfen. Wer alle drei beachtet, kommt gut hin.
Ist ein Beitragsentlastungstarif sinnvoll?
Häufig ja, aber nicht immer und selten allein. Für Angestellte ist er attraktiv, weil ein Arbeitgeberzuschuss möglich ist und der Beitrag steuerlich absetzbar. Selbstständige tragen ihn vollständig selbst.
Beachten Sie die Kehrseite: Das Guthaben ist zweckgebunden, geht bei einem Versichererwechsel nicht ohne Weiteres mit, und der Zusatzbeitrag kann nachträglich angepasst werden. Deshalb ist eine Kombination mit einer freien Lösung oft die bessere Antwort.
Was ist eine Krankenfinanzierungsrente?
So nennen wir den Ansatz, eine Rente aufzubauen, die zum Ruhestand genau das leistet, was die Krankenversicherung dann kostet. Es ist kein Produkt von der Stange, sondern eine Rechnung mit einer passenden Umsetzung.
Der Unterschied zum Beitragsentlastungstarif ist die Freiheit: Das Geld ist nicht an einen Versicherer gebunden. Der Unterschied zum reinen Sparen ist die Planung, weil mit einer realistischen Beitragsentwicklung gerechnet wird und nicht mit dem heutigen Beitrag.
Kann ich im Alter in die gesetzliche Versicherung zurück?
In aller Regel nicht. Der Weg zurück ist an Voraussetzungen geknüpft, die im höheren Alter kaum noch zu erfüllen sind.
Deshalb ist die Entscheidung für die PKV eine für das ganze Leben, und deshalb gehört die Finanzierung im Alter in die Entscheidung hinein, nicht dreißig Jahre später. Wer diese Frage vor dem Wechsel stellt, entscheidet auf einer anderen Grundlage.
Lohnt sich ein Tarifwechsel innerhalb meiner Gesellschaft?
Häufig ja, und er ist meist der wirksamste Hebel überhaupt. Innerhalb derselben Gesellschaft besteht ein Recht auf Wechsel in einen gleichartigen Tarif, wobei die Alterungsrückstellungen angerechnet werden.
Der Beitrag kann dadurch spürbar sinken, ohne dass Sie Ihre erworbenen Ansprüche verlieren. Worauf zu achten ist: Der neue Tarif muss zu Ihren Bedürfnissen passen, und bei Mehrleistungen kann eine Gesundheitsprüfung nötig werden. Wir sehen das mit Ihnen durch.
Wie früh sollte man anfangen?
So früh wie möglich. Je länger die Ansparzeit, desto geringer der monatliche Aufwand, und der Unterschied zwischen einem Start mit dreißig und einem mit fünfzig ist erheblich.
Ideal ist der Zeitpunkt des Wechsels in die PKV: Wer einen Teil der Ersparnis gegenüber der gesetzlichen Versicherung von Anfang an zurücklegt, löst das Problem, bevor es entsteht. Aber auch später lohnt sich die Rechnung, weil sie zeigt, worüber wir eigentlich sprechen.
Wissen Sie, was Sie mit siebzig zahlen werden?
Wir rechnen es mit Ihnen durch. Kostenlos und unverbindlich.