Immobilien und Wertsachen
Ein Haus, eine Hausratversicherung, fertig. Das funktioniert, solange es bei einem Objekt bleibt. Sobald mehrere Immobilien, Vermietung oder größere Werte dazukommen, stoßen Standardverträge an ihre Grenzen.
Wo Standardverträge aufhören
Eine übliche Hausratversicherung ist für eine Wohnung mit normaler Einrichtung gemacht. Sie funktioniert dort gut und ist günstig.
Sobald Ihre Situation davon abweicht, entstehen Lücken. Meist an Stellen, die niemand vermutet:
- Schmuck, Uhren und Bargeld sind nur bis zu einer Obergrenze versichert
- Diese Obergrenze wird meist als Prozentsatz der Versicherungssumme berechnet
- Für die Aufbewahrung gelten Auflagen, oft ein Tresor mit bestimmten Anforderungen
- Kunst und Sammlungen sind über den Hausrat kaum sinnvoll abzubilden
- Bei mehreren Wohnsitzen ist unklar, was wo versichert ist
- Vermietete Objekte gehören nicht in einen privaten Hausratvertrag
Der Punkt ist nicht, dass diese Verträge schlecht wären. Sie sind für eine andere Situation gemacht.
Die Baukosten haben alles verschoben
Seit 2020 sind die Kosten für Bauen und Sanieren erheblich gestiegen. Was ein Wiederaufbau heute kostet, hat mit den Zahlen von vor fünf Jahren wenig zu tun.
Wer seine Gebäudeversicherung seitdem nicht angepasst hat, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit unterversichert. Und das heißt: Im Schadenfall wird nur anteilig gezahlt, nicht erst beim Totalschaden, sondern bei jedem Schaden.
Bei mehreren Objekten summiert sich dieses Problem entsprechend.
Was bei mehreren Objekten zu beachten ist
Jedes Objekt hat eine eigene Situation. Wer alles gleich behandelt, hat entweder zu viel oder zu wenig Schutz.
Wertsachen: die unterschätzte Lücke
Schmuck, Uhren, Kunst, Sammlungen, Musikinstrumente. Über eine normale Hausratversicherung sind diese Dinge nur begrenzt gedeckt.
Zwei Begrenzungen wirken gleichzeitig
Die Entschädigungsgrenze. Für Wertsachen insgesamt gilt meist ein Prozentsatz der Versicherungssumme. Wer 100.000 Euro Hausrat versichert hat und eine Grenze von 20 Prozent, bekommt für Schmuck höchstens 20.000 Euro, egal wie viel tatsächlich weg ist.
Die Aufbewahrungsauflage. Darüber hinaus gilt oft ein niedrigerer Betrag für Wertsachen, die nicht im Tresor liegen. Und der Tresor muss bestimmte Anforderungen erfüllen, die im Vertrag stehen.
Beides zusammen führt dazu, dass eine geerbte Uhrensammlung oder der Schmuck aus drei Generationen im Schadenfall zu einem Bruchteil ersetzt wird.
Was stattdessen sinnvoll ist
Für höhere Werte gibt es eigenständige Lösungen. Der wichtigste Unterschied: Dort werden Werte vorab vereinbart. Es wird also im Schadenfall nicht darüber gestritten, was ein Stück wert war.
Voraussetzung ist eine ordentliche Dokumentation. Fotos, Rechnungen, Wertgutachten. Diese Arbeit ist unangenehm und lohnt sich genau einmal, nämlich dann, wenn etwas passiert.
- Fotos von jedem Stück, auch von Details und Punzen
- Kaufbelege, soweit vorhanden
- Wertgutachten bei höheren Einzelwerten
- Bei Kunst: Provenienz und Zustandsberichte
- Eine Liste, die außer Haus gesichert ist
Was sonst noch aus dem Rahmen fällt
Manche Dinge lassen sich nicht standardisieren. Sie werden verhandelt.
Was uns dazu gefragt wird
Wie viel von meinem Schmuck ist über den Hausrat versichert?
Das steht in Ihren Bedingungen. Üblich ist eine Grenze für Wertsachen insgesamt, berechnet als Prozentsatz der Versicherungssumme. Darüber hinaus gilt häufig ein niedrigerer Betrag für Stücke, die nicht in einem Tresor liegen.
Zusätzlich muss der Tresor bestimmte Anforderungen erfüllen, die ebenfalls im Vertrag stehen. Bei Sammlungen, die über Jahre gewachsen sind, reichen diese Grenzen fast nie aus.
Ab welchem Wert lohnt sich eine eigene Absicherung?
Das hängt von Ihrer Hausratsumme und den vereinbarten Grenzen ab. Als Anhaltspunkt: Sobald einzelne Stücke oder eine Sammlung die Entschädigungsgrenze Ihres Hausratvertrags erreichen, sollte man darüber sprechen.
Bei sehr hohen Einzelwerten ist eine eigene Lösung fast immer sinnvoll, weil dort Werte vorab vereinbart werden und im Schadenfall keine Diskussion über die Höhe entsteht.
Warum steigt der Beitrag meiner Gebäudeversicherung jedes Jahr?
Wahrscheinlich wegen des gleitenden Neuwerts. Die Versicherungssumme wird jährlich an die Baukostenentwicklung angepasst, damit Sie nicht in die Unterversicherung rutschen. Der Beitrag steigt entsprechend mit.
Das ist ärgerlich, aber sinnvoll. Seit 2020 sind die Baukosten so stark gestiegen, dass Verträge ohne diese Anpassung heute erheblich unterversichert wären.
Ich vermiete mehrere Wohnungen. Was brauche ich zusätzlich?
Vor allem eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Als Eigentümer haben Sie Verkehrssicherungspflichten: Streuen im Winter, Bäume kontrollieren, Wege instand halten. Kommt jemand zu Schaden, haften Sie persönlich.
Dazu kommt die Frage nach Mietausfall, wenn ein Objekt nach einem Schaden nicht bewohnbar ist. Und wenn die Vermietung einen gewerblichen Umfang erreicht, ändert sich die Einordnung. Das schauen wir uns gemeinsam an.
Sind Elementarschäden automatisch mitversichert?
Nein. Überschwemmung, Starkregen, Erdrutsch und Schneedruck müssen gesondert vereinbart werden. Viele Eigentümer gehen davon aus, dass es dabei ist, und merken das Gegenteil erst im Schadenfall.
Ob und zu welchen Bedingungen Sie diesen Schutz bekommen, hängt stark von der Lage des Objekts ab. In gefährdeten Gebieten wird er teurer, mit hohen Selbstbehalten versehen oder gar nicht angeboten.
Was passiert bei einer größeren Sanierung?
Melden Sie das Vorhaben vorher. Ein Umbau verändert das Risiko, und der Versicherungsschutz kann während der Bauzeit eingeschränkt sein.
Bei größeren Vorhaben ist zusätzlich eine Bauleistungsversicherung sinnvoll, die Schäden am Bauwerk während der Arbeiten abdeckt. Und eine Bauherrenhaftpflicht, falls auf der Baustelle jemand zu Schaden kommt.
Betreuen Sie auch Kunden ohne Unternehmen?
Ja, wenn die Situation Beratung braucht. Das kann eine komplexe Vermögenslage sein, mehrere Immobilien oder eine Sammlung.
Für eine einzelne Standardpolice sind wir dagegen nicht der richtige Weg. Das sagen wir Ihnen im Erstgespräch auch offen, statt Ihnen etwas zu verkaufen, das Sie woanders einfacher bekommen.
Verschaffen wir uns einen Überblick
Im Erstgespräch schauen wir uns an, was Sie haben und wo die Grenzen Ihrer bestehenden Verträge liegen. Kostenlos, unverbindlich und diskret.