Versicherung für metallverarbeitende Betriebe
Vom Schlosserbetrieb bis zur Serienfertigung. Das größte Risiko ist hier selten das Feuer. Es ist die eine Maschine, ohne die nichts mehr geht.
Die drei Risiken, die zählen
1. Der Maschinenausfall
In vielen Betrieben hängt die Fertigung an einzelnen Maschinen. Ein Bearbeitungszentrum, eine Laserschneidanlage, eine Abkantpresse. Fällt eine davon aus, steht die Linie.
Das passiert deutlich häufiger als ein Brand und wird trotzdem seltener versichert. Der Grund: Die normale Sachversicherung greift nur bei Feuer, Wasser oder Sturm. Wenn eine Spindel schlicht kaputtgeht, zahlt sie nicht.
Dafür braucht es eine Maschinenversicherung, und wichtiger noch: den Maschinen-Ertragsausfall. Der ersetzt das, was der Stillstand kostet. Bei Lieferzeiten von Monaten für Ersatzteile oder Neuanlagen ist das die Position, die über die Existenz entscheidet.
2. Die Heißarbeiten
Schweißen, Brennschneiden, Trennschleifen, Löten. In Ihrer Branche gehört das zum Alltag, und es ist die häufigste Brandursache überhaupt.
Gefährlich sind dabei nicht die Arbeiten selbst, sondern die Stunden danach. Funken fliegen bis zu zehn Meter weit, fallen in Hohlräume oder unter Maschinen und glimmen dort weiter. Die meisten Brände nach Heißarbeiten entstehen, wenn längst Feierabend ist.
Versicherer verlangen deshalb ein Erlaubnisscheinverfahren: schriftliche Freigabe, Umgebung räumen, Brandwache während der Arbeit und Nachkontrolle über mehrere Stunden. Das kostet nichts und ist einer der stärksten Hebel bei der Verhandlung.
3. Die Produkthaftung
Wenn Sie als Zulieferer fertigen, haften Sie für das, was Ihr Teil im Endprodukt anrichtet. Ein fehlerhaftes Bauteil in einer Maschine, einem Fahrzeug oder einer Anlage kann Schäden verursachen, die ein Vielfaches Ihres Auftragswerts betragen.
Besonders teuer wird es, wenn ausgebaut, nachgearbeitet und wieder eingebaut werden muss. Diese Kosten sind in der Standarddeckung meist nicht enthalten und müssen als erweiterte Produkthaftpflicht vereinbart werden.
Die typischen Lücken
Diese Befunde wiederholen sich, wenn wir einen Bestand aus der Metallbranche übernehmen.
Wie Sie günstiger versichert werden
In der Metallverarbeitung lassen sich Konditionen stärker beeinflussen als in vielen anderen Branchen, weil die Risiken gut beherrschbar sind.
- Erlaubnisscheinverfahren für Heißarbeiten, schriftlich und gelebt, mit Brandwache und Nachkontrolle
- Ölhaltige Späne und Putzlappen in geschlossenen Metallbehältern, mit festgelegten Entleerungsintervallen
- Regelmäßige Reinigung von Maschinen, Absaugungen und Kabeltrassen. Staub und Öl sind der Brandbeschleuniger
- Wartungsnachweise für Anlagen, Absaugung und Elektrik
- Thermografie der Elektroverteilung, regelmäßig und dokumentiert. Ein günstiger Nachweis mit starker Wirkung
- Trennung kritischer Bereiche, etwa Lackieren und Härten von der Fertigung
- Brandmeldeanlage mit Aufschaltung, gerade weil viele Brände außerhalb der Arbeitszeit entstehen
- Ersatzteilbevorratung für kritische Maschinenteile. Verkürzt den Stillstand und beeindruckt jeden Underwriter
Was Betriebe uns dazu fragen
Ist unsere Maschine nicht über die Sachversicherung gedeckt?
Nur bei bestimmten Gefahren, also Feuer, Leitungswasser, Sturm oder Einbruch. Wenn eine Maschine schlicht kaputtgeht, etwa durch einen Bedienfehler, Materialermüdung oder einen Kurzschluss im Antrieb, greift sie nicht.
Dafür braucht es eine Maschinenversicherung. Und weil der Stillstand meist teurer ist als die Reparatur, gehört der Maschinen-Ertragsausfall dazu.
Was ist ein Erlaubnisschein für Heißarbeiten?
Eine schriftliche Freigabe, bevor geschweißt, geschnitten oder getrennt wird. Darin steht, wer die Arbeit ausführt, welche Bereiche geräumt wurden, wer Brandwache hält und wie lange nachkontrolliert wird.
Das klingt bürokratisch und ist eine der wirksamsten Maßnahmen überhaupt. Die meisten Brände nach Heißarbeiten entstehen Stunden später, wenn niemand mehr da ist. Versicherer honorieren ein gelebtes Verfahren spürbar.
Wir liefern an die Automobilindustrie. Was ändert das?
Einiges. Große Abnehmer verlangen hohe Deckungssummen und lassen sich das nachweisen. Zusätzlich enthalten Lieferverträge oft Haftungsregelungen, die über die gesetzliche Haftung hinausgehen.
Das ist ein kritischer Punkt: Vertraglich übernommene Haftung ist in der Standarddeckung häufig ausgeschlossen. Wer unterschreibt, ohne das zu prüfen, steht im Ernstfall allein da. Wir sehen uns solche Verträge an, bevor sie unterschrieben werden.
Was kostet eine Versicherung für unseren Betrieb?
Der Beitrag hängt von Umsatz, Mitarbeiterzahl, Verfahren, Maschinenwerten, Bauweise und Schadenhistorie ab. Ein Schlosserbetrieb mit fünf Mitarbeitern und eine Serienfertigung mit achtzig liegen weit auseinander.
Entscheidend ist, was Sie dafür bekommen. Eine günstige Police ohne Maschinen-Ertragsausfall ist für einen Betrieb, der an einer Anlage hängt, wenig wert.
Wir haben eine Pulverbeschichtung im Haus. Ist das ein Problem?
Es ist ein eigenes Risiko, das gemeldet und bewertet werden muss. Beschichten und Lackieren bringen brennbare Stoffe und teilweise Explosionsschutzanforderungen mit.
Ein Problem wird es vor allem dann, wenn es nicht gemeldet wurde. Dann steht im Schadenfall die Frage nach einer Anzeigepflichtverletzung im Raum, und zwar unabhängig davon, ob die Beschichtung die Ursache war.
Wie lange sollte die Haftzeit sein?
Rechnen Sie ehrlich durch: Räumung, Gutachten, Bau der Halle und dann die Lieferzeit für Ihre Maschinen. Bei Werkzeugmaschinen und Sonderanlagen sind das oft viele Monate, teils über ein Jahr.
Deshalb kommen produzierende Betriebe fast nie mit zwölf Monaten aus. Wir rechnen das mit Ihnen anhand Ihres Maschinenparks durch.
Welche Maschine trägt Ihren Betrieb?
Im Erstgespräch schauen wir uns Ihre Fertigung an und prüfen, was ein Stillstand bedeuten würde. Kostenlos und unverbindlich.