Auslandsversicherung für Unternehmen
Die häufigste Frage lautet, ob die deutsche Police im Ausland gilt. Die wichtigere lautet, ob sie dort gelten darf.
Der Unterschied, den kaum jemand kennt
Viele deutsche Policen enthalten eine weltweite Geltung oder zumindest eine Erstreckung auf Europa. Damit scheint die Sache erledigt.
Sie ist es nicht. Denn in zahlreichen Ländern gilt der Grundsatz, dass Risiken im Inland nur von einem dort zugelassenen Versicherer gedeckt werden dürfen.
Fachlich spricht man von non-admitted: einer Deckung, die aus Sicht des betroffenen Landes nicht zulässig ist.
Was daraus praktisch folgt
Die deutsche Police ist nicht wertlos. Aber es entstehen Probleme, die man vorher nicht auf dem Schirm hat:
- Die Leistung kommt schwer an. Eine Zahlung aus Deutschland an eine ausländische Tochter kann steuerlich und aufsichtsrechtlich Fragen aufwerfen
- Örtliche Behörden können beanstanden, dass kein zugelassener Versicherer beteiligt war
- Pflichtversicherungen vor Ort fehlen. Viele Länder verlangen bestimmte Deckungen mit lokalem Nachweis
- Und im Schadenfall ist niemand vor Ort, der die Regulierung nach den dortigen Gepflogenheiten führt
Für eine gelegentliche Dienstreise spielt das keine Rolle. Für eine Niederlassung oder ein längeres Projekt sehr wohl.
Die Lösung heißt internationales Programm
Statt einer Police entstehen mehrere, die zusammenwirken.
Lokale Policen in den Ländern, in denen Sie mit einer eigenen Gesellschaft oder dauerhaft präsent sind. Ausgestellt von einem dort zugelassenen Versicherer, mit dem Umfang, der dort marktüblich und zulässig ist.
Und eine Master-Police in Deutschland, die darüber liegt. Sie schließt die Lücke, wenn die lokale Deckung schmaler ist als Ihr deutscher Standard, und sie greift mit ihrer höheren Summe, wenn die örtliche nicht ausreicht.
Das ist aufwendiger als ein Vertrag, aber es ist der Weg, auf dem im Schadenfall tatsächlich jemand zahlt, und zwar dort, wo der Schaden entstanden ist.
Was im Auslandsgeschäft dazukommt
Die USA sind ein eigenes Thema
Das ist keine Floskel. Andere Verfahrensregeln, andere Kostenrisiken, andere Schadenhöhen, und eine Praxis, in der auch aussichtslose Klagen erhebliche Verteidigungskosten verursachen.
Deshalb behandeln Versicherer USA-Geschäft gesondert, verlangen Zuschläge oder schließen es aus.
Der Punkt, der dabei am häufigsten übersehen wird: Es genügt nicht, nicht selbst dorthin zu liefern. Wenn Ihr Produkt über einen Zwischenhändler in die USA gelangt und dort einen Schaden verursacht, sind Sie betroffen.
Prüfen Sie deshalb, wohin Ihre Produkte tatsächlich gehen, nicht nur, an wen Sie fakturieren. Und regeln Sie in Ihren Lieferbedingungen, was Ihre Abnehmer dürfen.
Was Sie im Vorfeld klären sollten
Bevor wir über Policen sprechen, brauchen wir ein Bild Ihrer tatsächlichen Auslandsberührung. Erfahrungsgemäß ist die größer, als die meisten annehmen.
- In welche Länder liefern Sie, und über welche Wege?
- Wo arbeiten Ihre Mitarbeiter, und wie lange jeweils?
- Haben Sie Gesellschaften, Niederlassungen oder Lager im Ausland?
- Führen Sie Montagen oder Inbetriebnahmen vor Ort durch?
- Welches Recht und welcher Gerichtsstand steht in Ihren Verträgen?
- Welche Incoterms vereinbaren Sie?
Der letzte Punkt entscheidet häufig darüber, ab wann die Ware nicht mehr Ihr Risiko ist, und viele Betriebe vereinbaren dort etwas anderes, als sie glauben.
- Ihre tatsächliche Auslandsberührung aufnehmen
- Prüfen, wo Ihre Policen gelten und wo nicht
- Klären, wo lokale Deckungen erforderlich sind
- Ein Programm aufsetzen, wenn es sich lohnt
- Ihre Verträge auf Recht und Gerichtsstand ansehen
- Mitarbeiter im Ausland absichern
Was Unternehmen mit Auslandsgeschäft fragen
Unsere Police gilt weltweit. Reicht das nicht?
Für Dienstreisen und gelegentliche Tätigkeiten meist ja. Für dauerhafte Präsenz oft nicht, und der Grund liegt nicht in der Police, sondern im Recht des Ziellandes.
Viele Länder verlangen, dass Risiken im Inland von einem dort zugelassenen Versicherer gedeckt werden. Eine deutsche Police kann dann zwar leisten, aber die Zahlung an eine ausländische Tochter wirft steuerliche und aufsichtsrechtliche Fragen auf.
Was bedeutet non-admitted?
Eine Deckung durch einen Versicherer, der im betreffenden Land nicht zugelassen ist. In manchen Ländern ist das zulässig, in vielen nicht.
Die Folgen reichen von Problemen bei der Auszahlung über steuerliche Nachteile bis zu Beanstandungen durch die örtliche Aufsicht. Deshalb prüfen wir bei dauerhafter Präsenz immer, was im Zielland gilt.
Was ist eine Master-Police?
Eine übergeordnete Deckung in Deutschland, die über den lokalen Policen liegt. Sie gleicht aus, wenn die örtliche Deckung schmaler ist als Ihr deutscher Standard, und stellt eine höhere Summe zur Verfügung.
Das Prinzip nennt sich Differenzdeckung. Es sorgt dafür, dass in allen Ländern ein vergleichbares Schutzniveau besteht, obwohl die lokalen Verträge unterschiedlich sind.
Ein Mitarbeiter geht für zwei Jahre ins Ausland.
Das ist eine Entsendung, keine Dienstreise, und eine Reiseversicherung reicht dafür nicht. Es geht um dauerhafte Krankenversorgung vor Ort, um Rücktransport im Ernstfall und um die sozialversicherungsrechtliche Situation.
Klären Sie außerdem, was mit Angehörigen ist, wenn sie mitgehen. Diese Frage kommt regelmäßig zu spät. Mehr unter Mitarbeitervorsorge.
Wir liefern nicht in die USA, unser Händler aber schon.
Dann sind Sie betroffen. Für die Haftung kommt es darauf an, wo Ihr Produkt einen Schaden verursacht, nicht darauf, an wen Sie fakturiert haben.
Prüfen Sie deshalb die tatsächlichen Absatzwege und regeln Sie in Ihren Lieferbedingungen, in welche Länder weiterverkauft werden darf. Und melden Sie uns, wenn sich das ändert.
Lohnt sich ein internationales Programm für uns?
Das hängt an der Zahl der Länder, an der Art Ihrer Präsenz und an den Werten, die dort stehen. Bei einer Tochtergesellschaft in einem Land ist eine lokale Police mit deutscher Ergänzung oft ausreichend.
Ein vollständiges Programm rechnet sich erst ab einer gewissen Komplexität. Wir sagen Ihnen offen, wenn es für Ihre Größe zu aufwendig wäre, statt Ihnen eine Struktur zu bauen, die Sie nicht brauchen.
Wohin gehen Ihre Produkte und Ihre Leute tatsächlich?
Meist weiter, als man denkt. Wir nehmen es mit Ihnen auf, kostenlos.