Versicherung für Krankenhäuser und Kliniken
Die Kosten für schwere Behandlungsschäden steigen, und zwar aus einem Grund, der eigentlich gut ist: Die Medizin wird besser. Für Ihre Deckung hat das Folgen, die Sie kennen sollten.
Warum die Schäden teurer werden
Der Verband der deutschen Versicherer untersucht seit über zwanzig Jahren, wie sich die Kosten schwerer Personenschäden im Heilwesen entwickeln. Das Ergebnis: Der durchschnittliche Aufwand hat sich zwischen 2003 und 2020 auf rund 2,6 Millionen Euro verdoppelt.
Der Grund ist kein Anstieg der Fehler. Es ist der medizinische Fortschritt.
Kinder mit schweren Geburtsschäden überleben heute, erreichen das Erwerbsalter und haben eine nahezu normale Lebenserwartung. Das ist medizinisch ein Erfolg. Für die Schadenrechnung bedeutet es: Pflegekosten über sechzig Jahre statt über zwanzig, dazu Erwerbsschaden für ein ganzes Arbeitsleben.
Bei der Bewertung wird nicht mit heutigen Preisen gerechnet, sondern mit den Kosten, die über die gesamte Laufzeit anfallen. Künftige Steigerungen sind einzupreisen.
Und das trifft vor allem einen Bereich
In der genannten Untersuchung betraf rund die Hälfte der Fälle Geburtsschäden. Die Geburtshilfe ist damit der Bereich, der die Schadenlast dominiert und über den Versicherer bei jeder Zeichnung als Erstes sprechen.
Wenn Sie eine Geburtshilfe betreiben, ist das der Punkt, an dem Ihre Verhandlung entschieden wird.
Ein Markt, der eng ist
Die Zahl der Versicherer, die Klinikhaftpflicht zeichnen, ist überschaubar. Immer wieder haben sich Anbieter zurückgezogen, und jedes Mal mussten Häuser in einem engen Markt neue Deckung suchen.
Das führt zu einem Muster, das die Branche als Zyklus kennt: Nach Rückzügen steigen die Prämien, neue Anbieter kommen dazu, der Wettbewerb drückt die Preise wieder, bis die Schadenlast erneut zu Rückzügen führt.
Für Sie heißt das: Der Zeitpunkt Ihrer Erneuerung und die Qualität Ihrer Unterlagen entscheiden mehr über die Prämie als in fast jeder anderen Sparte.
- Fallzahlen nach Fachabteilung, mehrjährig
- Geburtenzahlen und Risikoprofil der Geburtshilfe
- Schadenhistorie mit Ursachenanalyse
- Anonymes Fehlermeldesystem und wie damit gearbeitet wird
- Standards für kritische Prozesse
- Zertifizierungen und Auditergebnisse
- Was nach früheren Schäden verändert wurde
Was ein Klinikbetrieb sonst noch braucht
Wo unsere Grenze liegt
Die Haftpflicht eines großen Klinikums ist ein Spezialgeschäft. Es gibt Häuser, die sich ausschließlich damit befassen, mit eigenen Risikoberatern und eigenen Schadenabteilungen.
Wenn Sie ein Klinikum der Maximalversorgung mit mehreren tausend Betten sind, sind Sie dort besser aufgehoben, und wir sagen Ihnen das.
Wo wir helfen können, sind kleinere und mittlere Häuser, Fachkliniken, Reha-Einrichtungen und medizinische Versorgungszentren. Und bei allem, was neben der Heilwesenhaftpflicht steht: Sach, Betriebsunterbrechung, Technik, Cyber, D&O und die Absicherung Ihrer Mitarbeiter.
Das sind die Bereiche, die bei Kliniken häufig nebenherlaufen und selten jemand systematisch anschaut.
- Sind die Gebäudesummen noch aktuell?
- Ist die Medizintechnik zum Wiederbeschaffungswert erfasst?
- Gibt es eine Betriebsunterbrechung, und passt die Haftzeit?
- Deckt Cyber auch den Versorgungsausfall, nicht nur den Datenschutz?
- Sind Geschäftsführung und Gremien persönlich abgesichert?
- Ist Patienteneigentum geregelt?
- Was bekommen Ihre Mitarbeiter über das Gehalt hinaus?
Was Kliniken uns fragen
Warum steigen unsere Prämien, obwohl wir keine Großschäden hatten?
Weil die Prämie nicht nur Ihre Historie abbildet, sondern die Entwicklung des gesamten Marktes. Der durchschnittliche Aufwand für schwere Personenschäden hat sich in knapp zwei Jahrzehnten verdoppelt.
Dazu kommt die Enge des Marktes. Wenn sich ein Anbieter zurückzieht, verschiebt sich das Gleichgewicht für alle. Das trifft auch Häuser ohne Schadenbelastung.
Was können wir tun, um die Prämie zu beeinflussen?
Mehr, als die meisten denken. Fachleute aus diesem Markt sagen es deutlich: Die Qualität des Risikomanagements wirkt direkt auf die Prämie, und Patientensicherheit spielt bei der Zeichnungsentscheidung eine bedeutende Rolle.
Konkret heißt das: ein gelebtes Fehlermeldesystem, dokumentierte Standards für kritische Prozesse, nachweisbare Fallanalysen und vor allem der Beleg, dass nach früheren Schäden etwas verändert wurde. Das gehört in die Unterlagen, und zwar so, dass ein Underwriter es beurteilen kann.
Warum steht die Geburtshilfe so im Fokus?
Weil sie die Schadenlast dominiert. In der genannten Untersuchung betraf etwa die Hälfte der schweren Fälle Geburtsschäden.
Der Grund ist tragisch und zugleich Ausdruck des Fortschritts: Betroffene Kinder überleben heute und haben eine nahezu normale Lebenserwartung. Damit entstehen Pflege- und Erwerbsschadenkosten über Jahrzehnte statt über wenige Jahre.
Was bedeutet ein Cyberangriff für uns konkret?
Deutlich mehr als bei einem normalen Betrieb. Ohne IT gibt es keine Patientenakten, keine Laborwerte, keine Bildgebung und keine sichere Medikation. Häuser mussten in solchen Fällen die Notaufnahme abmelden und Patienten verlegen.
Für Sie heißt das: Die Cyberdeckung muss den Versorgungsausfall abbilden, nicht nur die Datenschutzfolgen. Und sie sollte Fachleute bereitstellen, die eine Wiederherstellung in dieser Größenordnung begleiten können.
Sind unsere Geschäftsführer persönlich abgesichert?
Nur, wenn es eine D&O gibt. Geschäftsführung und Aufsichtsgremien haften persönlich für Entscheidungen, und bei kommunalen oder kirchlichen Trägern kommen Besonderheiten hinzu.
Kritisch ist dabei ein Punkt, den viele übersehen: Der Träger ist Versicherungsnehmer und im Konfliktfall zugleich Gegner. Mehr dazu auf unserer Seite D&O-Versicherung.
Betreuen Sie auch große Klinikkonzerne?
Die Heilwesenhaftpflicht eines Maximalversorgers ist ein Spezialgeschäft mit eigenen Marktzugängen. Dort sagen wir Ihnen offen, dass spezialisierte Häuser die bessere Adresse sind.
Was wir gut können, sind kleinere und mittlere Häuser, Fachkliniken, Reha-Einrichtungen und Versorgungszentren. Und alles, was neben der Heilwesendeckung steht und dort oft vernachlässigt wird.
Was läuft bei Ihnen neben der Heilwesendeckung?
Wir schauen uns Sach, Technik, Cyber und die Absicherung Ihrer Leitung an. Kostenlos und unverbindlich.