Warum "wir vergleichen hundert Versicherer" nichts bedeutet
Diesen Satz schreibt jeder Makler auf seine Website. Er sagt nur nichts darüber aus, was Sie am Ende in der Police stehen haben. Der Unterschied liegt woanders, und über den spricht kaum jemand.
Drei Ebenen, die Kunden nie erklärt bekommen
Wenn ein Makler Ihnen ein Angebot vorlegt, kann dahinter dreierlei stecken. Für den Beitrag macht das oft wenig aus. Im Schadenfall macht es alles aus.
1. Das Standardprodukt
Der Tarif, den der Versicherer allen anbietet. Er steht in jedem Vergleichsrechner und ist für jeden Makler zugänglich. Die Bedingungen sind, wie sie sind.
Wer hier vergleicht, vergleicht Preise. Mehr ist auch nicht drin.
2. Die Sondervereinbarung
Ein Zusatz zum Standardprodukt, den ein Makler oder ein Verbund mit dem Versicherer ausgehandelt hat. Meist ein Nachlass, manchmal auch eine erweiterte Klausel.
Das ist bereits mehr, bleibt aber im Rahmen dessen, was der Versicherer ohnehin anbietet.
3. Das Deckungskonzept
Hier wird es interessant. Ein Deckungskonzept ist ein eigenes Bedingungswerk, das gemeinsam mit dem Versicherer entwickelt und ausgehandelt wurde. Es geht über den Standardtarif hinaus, mit eigenen Klauseln, weiteren Einschlüssen, höheren Entschädigungsgrenzen.
Es steht in keinem Vergleichsrechner, weil es diesen Tarif am freien Markt nicht gibt.
Was das praktisch heißt
Nehmen wir eine Klausel, über die sich niemand Gedanken macht, bis es soweit ist: die Regelung zur Unterversicherung.
Im Standardtarif kann sie so aussehen, dass bei einer zu niedrig angesetzten Versicherungssumme jeder Schaden anteilig gekürzt wird. Auch der kleine. Wer zwanzig Prozent zu wenig versichert hat, bekommt bei jedem Schaden zwanzig Prozent weniger.
In einem Deckungskonzept kann derselbe Punkt einen Verzicht auf diesen Einwand enthalten, jedenfalls bis zu einer bestimmten Grenze.
Beide Verträge kosten ungefähr dasselbe. Der Unterschied fällt erst auf, wenn die Halle brennt.
Was die VEMA ist
Wir sind seit vielen Jahren Partnerbetrieb der VEMA Versicherungsmakler Genossenschaft. Hier die Zahlen, damit Sie einordnen können, worüber wir sprechen.
Angaben der VEMA eG, Stand 31. Dezember 2025
Eine Genossenschaft, kein Vertrieb
Das ist der Punkt, auf den es ankommt. Die VEMA gehört den angeschlossenen Maklerbetrieben selbst. Sie gehört keinem Versicherer, keiner Bank und keinem Investor.
Daraus folgt etwas Praktisches: Es gibt niemanden, der ein Interesse daran hat, dass ein bestimmtes Produkt verkauft wird. Kein Vertriebsziel, keine Vorgabe, welche Gesellschaft bevorzugt zu berücksichtigen ist.
Was es gibt, ist gemeinsame Verhandlungsmacht. Über fünftausend Maklerbetriebe treten gegenüber einem Versicherer anders auf als ein Achtpersonenbetrieb aus Neumünster.
Und ein Filter beim Zugang
Nicht jeder Makler wird aufgenommen. Die Genossenschaft hat Aufnahmekriterien, die über eine Zulassung hinausgehen.
Für Sie als Kunde ist das eine zusätzliche Information: Ein Partnerbetrieb hat eine Prüfung durchlaufen, die ein beliebiger Vermittler nicht durchlaufen muss.
- Zugang zu Bedingungswerken, die es am freien Markt nicht gibt
- Verhandelte Nachlässe, die wir an Sie weitergeben
- Feste Ansprechpartner bei den Gesellschaften, auch wenn es schwierig wird
- Eine umfangreiche fachliche Wissensbasis zu nahezu jeder Sparte
- Laufende Schulungen zu Bedingungsänderungen und Rechtsprechung
- Unterstützung bei Risiken, die außerhalb unserer täglichen Praxis liegen
Der zweite Weg: unsere eigenen Verbindungen
Die Genossenschaft ist das eine Standbein. Das andere haben wir uns selbst erarbeitet, über mehr als drei Jahrzehnte.
Zu den großen Gesellschaften und zu den Industrieversicherern unterhalten wir gewachsene Verbindungen, die bis in die Vorstände reichen. Das ist nichts, was man kaufen oder einem Verbund beitreten kann. Es entsteht dadurch, dass man jahrzehntelang am selben Ort dasselbe tut und dabei verlässlich bleibt.
Wann das den Unterschied macht
Bei einem gewöhnlichen Betriebsrisiko brauchen Sie diese Verbindungen nicht. Da zählt das bessere Bedingungswerk, und dafür sind die Konzepte da.
Anders wird es, wenn ein Risiko nicht ins Raster passt. Ein Betrieb, dem gekündigt wurde. Eine Branche, aus der sich die Versicherer zurückgezogen haben. Ein Schadenverlauf, der auf dem Papier schlecht aussieht, obwohl der Betrieb längst reagiert hat.
In solchen Fällen entscheidet nicht der Tarif, sondern ob überhaupt jemand ein Angebot rechnet. Und das entscheidet ein Mensch, kein Formular.
Wir können in diesen Fällen zum Telefon greifen und mit jemandem sprechen, der die Entscheidung treffen darf. Wir können ein Risiko erklären, statt es einzureichen. Und wir bekommen eine Begründung, wenn abgelehnt wird, was oft wichtiger ist als die Ablehnung selbst, weil man daraus den nächsten Anlauf bauen kann.
Beides zusammen
Das ist der eigentliche Punkt dieser Seite. Ein Verbund allein gibt Ihnen gute Bedingungen für den Normalfall. Eigene Verbindungen allein helfen im Ausnahmefall, aber nicht bei den zwanzig Standardverträgen, die ein Betrieb sonst noch hat.
Wir nutzen beides, je nachdem, was Ihr Risiko verlangt. Mehr zum zweiten Fall auf unserer Seite zu schwer versicherbaren Risiken.
Ein kleiner Betrieb verhandelt wie ein großer
Ein Achtpersonenbetrieb in Neumünster hat für sich genommen keine Verhandlungsmacht gegenüber einem Industrieversicherer. Das ist einfach so.
Über die Genossenschaft sieht es anders aus. Wir bekommen Bedingungen, die sonst großen Maklerhäusern vorbehalten wären, und geben sie an unsere Mandanten weiter.
Für Sie heißt das: Sie bekommen die Betreuung eines kleinen Büros und die Konditionen eines großen. Das ist der Grund, warum wir nicht wachsen müssen, um gut zu sein.
Was Unternehmer uns dazu fragen
Ist die VEMA ein Versicherer?
Nein. Die VEMA ist eine Genossenschaft von Versicherungsmaklern, kein Versicherungsunternehmen. Sie stellt keine Policen aus und trägt kein Risiko.
Ihre Verträge laufen weiterhin bei den jeweiligen Gesellschaften. Was die Genossenschaft beisteuert, sind ausgehandelte Bedingungswerke, Zugänge und Fachwissen für die angeschlossenen Maklerbetriebe.
Heißt das, Sie verkaufen nur VEMA-Produkte?
Nein, und das wäre auch nicht erlaubt. Als Makler sind wir verpflichtet, aus dem Markt auszuwählen, was zu Ihnen passt.
Wir prüfen die Konzepte gegen den übrigen Markt, nicht umgekehrt. In vielen Fällen sind sie die bessere Lösung, in manchen nicht. Bei Spezialrisiken ist es oft ein Versicherer, der sich auf genau diese Nische konzentriert.
Woran erkenne ich, ob mein Vertrag ein Konzept oder ein Standardtarif ist?
Meist an den beigefügten Bedingungen. Ein Konzept hat neben den allgemeinen Bedingungen des Versicherers ein zusätzliches Klauselwerk, das oft nach dem Verbund oder nach dem Konzept benannt ist.
Wenn Sie unsicher sind: Schicken Sie uns Ihre Police. Wir sagen Ihnen, was Sie haben, ob es dafür eine bessere Fassung gibt und was der Unterschied im Schadenfall bedeutet. Das kostet nichts und verpflichtet Sie zu nichts.
Sind Konzepte günstiger oder besser?
Häufig beides, aber der wichtigere Teil sind die Bedingungen. Ein Nachlass ist angenehm, entscheidet aber nicht darüber, ob im Schadenfall gezahlt wird.
Deshalb schauen wir zuerst auf die Klauseln und danach auf den Beitrag. Ein Vertrag, der zweihundert Euro billiger ist und im Ernstfall zwanzigtausend weniger zahlt, ist kein guter Vertrag.
Was passiert, wenn Sie die Mitgliedschaft beenden würden?
Ihre Verträge blieben bestehen. Sie laufen bei den Versicherern, nicht bei der Genossenschaft.
Bei Konzepten kann es allerdings Regelungen dazu geben, was mit Bestandsverträgen passiert, wenn ein Betrieb ausscheidet. Das ist einer der Gründe, warum wir uns solche Fragen bei jedem Konzept ansehen, bevor wir es empfehlen.
Warum erzählt uns das sonst niemand?
Weil es erklärungsbedürftig ist und weil es unbequeme Anschlussfragen auslöst.
Wer erklärt, dass es bessere Bedingungen gibt als den Standardtarif, muss auch begründen, warum er sie nicht anbietet. Über den Preis zu sprechen ist einfacher. Das ist auch der Grund, warum die meisten Angebotsgespräche über Beiträge geführt werden und nicht über Klauseln.
Was steht in Ihren Bedingungen?
Schicken Sie uns Ihre Police. Wir sagen Ihnen, ob es dafür eine bessere Fassung gibt. Kostenlos und unverbindlich.