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Sie haben einen Großauftrag bekommen

Erst kommt die Freude. Dann die Vertragsunterlagen mit Anforderungen, die bei kleineren Aufträgen nie ein Thema waren. Und die Frage, was passiert, wenn dieser eine Kunde ausfällt.

Ein großer Auftrag ist nicht nur ein größerer Auftrag

Er verändert die Struktur Ihres Betriebs, und zwar in vier Punkten, die alle gleichzeitig auftreten.

Sie werden abhängig

Wenn ein Kunde vierzig Prozent Ihres Umsatzes ausmacht, ist sein Ausfall Ihr Problem. Nicht nur, wenn er nicht zahlt, sondern auch, wenn er selbst in Schwierigkeiten gerät oder das Projekt abbricht.

Das nennt sich Klumpenrisiko, und es ist bei wachsenden Betrieben die häufigste Ursache für Schieflagen.

Sie gehen in Vorleistung

Material, Personal, vielleicht eine Maschine. Bei größeren Aufträgen liegt oft erhebliches Kapital gebunden, bevor die erste Rechnung bezahlt ist.

Sie unterschreiben fremde Bedingungen

Große Auftraggeber legen ihre Verträge vor. Darin stehen regelmäßig Klauseln, die Ihre Haftung über das gesetzliche Maß hinaus erweitern: Vertragsstrafen, garantierte Termine, Freistellungen.

Solche Zusagen sind in praktisch jeder Police ausgeschlossen. Sie können sie unterschreiben, tragen sie dann aber selbst.

Und Sie müssen etwas nachweisen

Deckungssummen, Bürgschaften, Zertifikate. Meist mit Frist und meist kurzfristig.

Der beste Zeitpunkt für ein Gespräch Wenn die Unterlagen auf dem Tisch liegen und noch nichts unterschrieben ist. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich noch verhandeln. Über einzelne Klauseln, über Zahlungsziele, über Sicherheitsleistungen. Nach der Unterschrift geht es nur noch darum, mit dem umzugehen, was drinsteht. Schicken Sie uns die Unterlagen. Wir sagen Ihnen innerhalb eines Tages, welche Passagen außerhalb Ihrer Deckung liegen und was sich anpassen lässt.
Die Reihenfolge

Was wann zu klären ist

Vor dem Angebot Reicht Ihre Deckungssumme? Eine Erhöhung braucht Vorlauf, und wer anbietet, ohne liefern zu können, steht schlecht da.
Vor der Unterschrift Welche Klauseln gehen über die gesetzliche Haftung hinaus? Diese Prüfung dauert einen Tag und kann eine Existenz retten.
Vor Auftragsbeginn Bürgschaften stellen, ohne die Kreditlinie zu belasten. Über eine Kautionsversicherung statt über die Bank.
Bei Vorleistung Bonität des Kunden prüfen lassen. Eine Warenkreditversicherung tut das, bevor Sie liefern, nicht danach.
Bei Subunternehmern Deren Nachweise einholen, bevor Sie beauftragen. Sie haften für deren Arbeit mit.
Bei neuem Personal Mehr Leute wirken auf Haftpflicht, Unfallversicherung und die Lohnsumme in der Betriebsunterbrechung.
Bei neuen Maschinen Summen anpassen und prüfen, ob ein Ausfall dieser Maschine den Auftrag gefährdet.
Während der Laufzeit Wenn sich der Umfang ändert, ändert sich die Grundlage. Nachträge gehören gemeldet.
Nach Abschluss Gewährleistung läuft weiter, oft Jahre. Die Deckung muss so lange bestehen.

Zwei Instrumente, die kaum jemand kennt

Bürgschaften ohne die Bank

Große Auftraggeber verlangen Sicherheiten: Vertragserfüllung, Anzahlung, Gewährleistung. Der übliche Weg führt über die Hausbank, und dort belastet jede Bürgschaft die Kreditlinie.

Genau die brauchen Sie aber, um den Auftrag vorzufinanzieren.

Eine Kautionsversicherung stellt dieselben Bürgschaften über einen Versicherer. Ihre Kreditlinie bleibt frei. Das ist bei wachsenden Betrieben oft der Unterschied zwischen annehmen und ablehnen können.

Bonität prüfen lassen, bevor Sie liefern

Ein großer Auftrag von einem Kunden, den Sie nicht kennen, ist ein Risiko. Wenn er nicht zahlt, nachdem Sie Material und Personal eingesetzt haben, trifft Sie das härter als jeder kleine Ausfall.

Eine Warenkreditversicherung prüft die Bonität und übernimmt den Ausfall. Der Nebeneffekt ist oft wertvoller als die Deckung selbst: Sie erfahren vorher, ob der Kunde als zahlungsfähig gilt.

Wenn ein Kreditversicherer für einen Abnehmer kein Limit zeichnet, ist das eine Information, die man haben will, bevor man produziert.

Die Frage nach dem Danach Ein Großauftrag endet irgendwann. Was dann? Wer für ein Projekt Personal aufgebaut, Maschinen angeschafft und Kapazität geschaffen hat, steht danach mit Kosten da, denen kein Umsatz gegenübersteht. Das ist kein Versicherungsthema, sondern ein kaufmännisches. Aber es gehört in dieselbe Überlegung. Die nüchterne Frage lautet: Würden Sie diesen Auftrag auch annehmen, wenn er nur einmal käme? Wenn nein, sollte der Aufbau kleiner ausfallen, als der Auftrag hergeben würde.
Häufige Fragen

Was Betriebe uns dazu fragen

Der Auftraggeber verlangt eine höhere Deckungssumme.

Das lässt sich meist lösen, braucht aber Vorlauf. Bei einem unauffälligen Betrieb sind es oft wenige Tage, bei schwierigen Betriebsarten Wochen.

Melden Sie sich, sobald Sie die Anforderung kennen, nicht kurz vor Abgabe. Es gibt außerdem die Möglichkeit, über eine zusätzliche Police aufzustocken, was häufig schneller geht. Mehr dazu unter Deckungssumme erhöhen.

Im Vertrag steht eine Vertragsstrafe. Ist das versichert?

Nein. Vertragsstrafen sind Zusagen über die gesetzliche Haftung hinaus und in praktisch jeder Police ausgeschlossen.

Das heißt nicht, dass Sie nicht unterschreiben können. Es heißt, dass Sie das Risiko selbst tragen und es einpreisen sollten. Manchmal lässt sich die Klausel auch verhandeln, etwa durch eine Deckelung. Fragen kostet nichts, und große Auftraggeber sind an diesem Punkt oft beweglicher als erwartet.

Wir brauchen eine Bürgschaft, wollen aber die Kreditlinie nicht belasten.

Dann ist eine Kautionsversicherung der richtige Weg. Sie stellt dieselben Bürgschaften wie die Bank, belastet aber Ihren Kreditrahmen nicht.

Das ist besonders bei wachsenden Betrieben wertvoll, weil die Linie für die Vorfinanzierung gebraucht wird. Die Einrichtung dauert je nach Bonität und Volumen ein bis drei Wochen, planen Sie das ein.

Wie prüfen wir, ob der Kunde zahlungsfähig ist?

Über eine Warenkreditversicherung. Der Versicherer prüft die Bonität und zeichnet ein Limit, bis zu dem er den Ausfall übernimmt.

Der eigentliche Wert liegt oft in der Information: Wenn für einen Abnehmer kein Limit gezeichnet wird, sollten Sie das wissen, bevor Sie produzieren. Das ist eine Einschätzung, die auf Daten beruht, die Sie selbst nicht haben.

Wir setzen zum ersten Mal Subunternehmer ein.

Dann sollten Sie zwei Dinge klären. Erstens: Bildet Ihre eigene Police die Beauftragung von Subunternehmern ab? Zweitens: Sind diese ausreichend versichert?

Lassen Sie sich die Nachweise vorlegen, bevor Sie beauftragen. Gegenüber Ihrem Auftraggeber haften Sie für deren Arbeit mit, und wenn dort nichts zu holen ist, bleibt es bei Ihnen.

Was passiert, wenn wir den Auftrag nicht schaffen?

Das ist der Fall, über den niemand gern spricht, und der häufiger vorkommt als gedacht. Kapazität falsch eingeschätzt, Personal nicht gefunden, ein Lieferant fällt aus.

Versicherbar ist das nur begrenzt. Was hilft, ist eine ehrliche Kalkulation vorher und ein Vertrag, der Nachträge und Verzögerungen realistisch regelt. Deshalb ist das Gespräch vor der Unterschrift so wichtig, nicht danach.

Liegen die Unterlagen schon auf dem Tisch?

Schicken Sie sie uns, bevor Sie unterschreiben. Kostenlos und unverbindlich.