Der Markt ist gerade günstig. Nutzen Sie das Fenster
Nach mehreren harten Jahren hat sich der Markt entspannt. Wer jetzt prüft, kann Deckungen erweitern, statt in der nächsten Verhärtung froh zu sein, dass überhaupt jemand zeichnet.
Was gerade passiert
Versicherungsmärkte laufen in Zyklen. Nach Jahren mit steigenden Prämien, engeren Bedingungen und zurückhaltender Zeichnung hat sich die Lage in mehreren Sparten gedreht.
In der Sachversicherung stabilisieren sich die Prämien, und für bestimmte Betriebsarten wird der Markt sogar weicher. Im Cyberbereich sorgen neue Anbieter und zusätzliche Kapazitäten für Wettbewerb.
Das ist keine Dauerlösung, sondern ein Zeitfenster. Der nächste Zyklus kommt, und dann gelten wieder andere Regeln.
Was in einer weichen Phase möglich ist
- Deckungen erweitern, die in harten Jahren gestrichen wurden
- Summen anheben, ohne dass der Beitrag proportional steigt
- Ausschlüsse zurücknehmen, die einmal ergänzt wurden und seitdem mitlaufen
- Haftzeiten verlängern, was gemessen am Risiko meist günstig ist
- Und mehrjährige Verträge abschließen, um die Konditionen über den nächsten Zyklus hinweg zu sichern
Der letzte Punkt ist der wirksamste und wird selten genutzt. Mehr unter Jahres- oder Mehrjahresvertrag.
Warum die meisten das Fenster verpassen
Weil in einer guten Marktphase niemand anruft. Wenn der Beitrag stabil bleibt, gibt es keinen Anlass, etwas zu ändern.
Genau das ist der Fehler. Verträge werden geprüft, wenn es teuer wird, und dann ist der Spielraum weg.
Was wir konkret prüfen
Ausschlüsse, die niemand mehr kennt
In harten Marktphasen werden Klauseln ergänzt, oft ohne dass es auffällt. Sie stehen in den Bedingungen, nicht auf dem Deckblatt, und laufen jahrelang mit.
Wir gehen die Bedingungen durch und prüfen, welche davon heute verhandelbar sind.
Summen, die stehengeblieben sind
Bau- und Anlagenkosten sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen. Wer die Summen nicht angepasst hat, ist unterversichert, und bei Unterversicherung wird bei jedem Schaden anteilig gekürzt.
Eine Anhebung ist in einer weichen Phase deutlich günstiger. Mehr unter Unterversicherung.
Selbstbehalte, die nicht mehr passen
Ein Selbstbehalt aus einer schwierigen Zeit ist heute möglicherweise unnötig hoch. Umgekehrt kann eine bewusste Erhöhung Beitrag sparen und die Schadenquote sauber halten. Mehr unter Selbstbeteiligung.
Und die Marktbreite
In harten Phasen zeichnen weniger Häuser. Wenn Ihr Vertrag aus dieser Zeit stammt, standen Ihnen damals möglicherweise nur zwei oder drei Anbieter zur Verfügung.
Heute sind es wieder mehr. Das allein rechtfertigt eine Ausschreibung.
- Ihr Vertrag stammt aus den Jahren mit stark steigenden Prämien
- Sie haben damals einen Ausschluss akzeptiert, um überhaupt Deckung zu bekommen
- Ihre Summen wurden seit mehreren Jahren nicht neu ermittelt
- Sie haben seitdem in Brandschutz oder Technik investiert
- Ihre Schadenquote hat sich verbessert
- Oder Sie hatten damals nur wenige Angebote
Warum wir das ansprechen
Weil es in einer guten Marktphase niemandem auffällt.
Wenn der Beitrag stabil bleibt und die Verlängerung ohne Diskussion durchläuft, gibt es keinen Anlass zu handeln. Der Vertrag verlängert sich, das Jahr geht vorbei, und beim nächsten Mal ist der Markt möglicherweise ein anderer.
Ein Makler, der nur reagiert, meldet sich in dieser Phase nicht. Es gibt ja kein Problem.
Wir sehen das anders: Eine weiche Marktphase ist der beste Zeitpunkt für alles, was in einer harten schwierig wird.
Was das praktisch bedeutet
Wir gehen Ihre Verträge durch und stellen drei Fragen:
- Was ist heute besser verhandelbar als vor drei Jahren?
- Was sollte angehoben werden, weil sich Ihr Betrieb verändert hat?
- Und was lässt sich für mehrere Jahre festschreiben, bevor der Markt dreht?
Daraus ergibt sich, ob eine Ausschreibung sinnvoll ist oder ob Anpassungen beim bestehenden Versicherer ausreichen. Beides ist möglich, und wir sagen Ihnen offen, was in Ihrem Fall passt.
Und wenn nichts zu verbessern ist
Dann sagen wir das auch. Ein Wechsel um des Wechsels willen bringt niemandem etwas, und eine Ausschreibung ohne Erwartung verbrennt Ihren Kredit am Markt.
Wie eine Ausschreibung abläuft, steht unter Ablauf einer Ausschreibung.
- Aus welchem Jahr stammen Ihre wichtigsten Verträge?
- Welche Ausschlüsse stehen darin, und warum?
- Wann wurden die Summen zuletzt ermittelt?
- Was haben Sie seitdem in Prävention investiert?
- Wie sieht Ihre Schadenquote der letzten fünf Jahre aus?
- Wie viele Anbieter standen bei der letzten Platzierung zur Verfügung?
- Und lohnt sich eine mehrjährige Bindung in Ihrer Situation?
Was uns dazu gefragt wird
Warum sollen wir prüfen, wenn der Beitrag stabil ist?
Weil in einer guten Marktphase mehr möglich ist als nur ein niedrigerer Preis: Deckungen erweitern, Summen anheben, Ausschlüsse zurücknehmen, Haftzeiten verlängern.
All das ist in einer harten Phase schwierig bis unmöglich. Wer erst prüft, wenn es teuer wird, verhandelt aus der schlechteren Position.
Heißt weicher Markt, dass jeder gute Konditionen bekommt?
Nein. Das Underwriting bleibt selektiv, entscheidend ist die Qualität der Risikodaten. Was sich ändert, ist die Bereitschaft, ein gut dargestelltes Risiko zu guten Bedingungen zu zeichnen.
Ein sauber aufbereitetes Risiko bekommt heute deutlich mehr als vor zwei Jahren. Ein schlecht dargestelltes bekommt weiterhin wenig.
Sollen wir jetzt mehrjährig abschließen?
Das ist die strategischste Frage in dieser Phase. Wer in einer guten Marktlage mehrjährig bindet, nimmt die Konditionen über den nächsten Zyklus mit.
Es hat aber auch Nachteile: weniger Beweglichkeit, wenn sich Ihr Betrieb verändert. Wir rechnen beides durch, statt es aus Gewohnheit zu entscheiden.
Wir haben in Brandschutz investiert. Bringt das etwas?
Ja, aber nur, wenn es beim Versicherer ankommt. Investitionen in Prävention wirken sich unmittelbar auf Deckung und Preis aus, fließen aber nicht automatisch in die Bewertung ein.
Wer eine Anlage nachgerüstet und es nie gemeldet hat, zahlt weiter den alten Beitrag. Das ist einer der häufigsten Funde bei unseren Prüfungen.
Lohnt sich eine Ausschreibung, oder reicht eine Anpassung?
Das hängt vom Einzelfall ab. Wenn Ihr Vertrag aus einer harten Phase stammt und damals nur wenige Anbieter zur Verfügung standen, spricht viel für eine Ausschreibung, weil heute wieder mehr Häuser zeichnen.
Wenn die Grundstruktur passt, reichen oft Anpassungen beim bestehenden Versicherer. Eine Ausschreibung ohne Erwartung verbrennt dagegen Ihren Kredit am Markt.
Wie lange hält diese Marktphase?
Das lässt sich nicht seriös vorhersagen. Marktzyklen drehen mit Großereignissen, Schadenserien oder veränderter Rückversicherungskapazität.
Was sich sagen lässt: Verbesserungen, die heute möglich sind, sind es in zwei Jahren möglicherweise nicht mehr. Das spricht dafür, den Blick jetzt zu werfen.
Aus welchem Jahr stammt Ihr wichtigster Vertrag?
Wenn er aus den harten Jahren ist, lohnt der Blick jetzt.