Versicherung für Mühlen und Futtermittelwerke
Ihr Staub ist explosionsfähig, Ihre Silos brennen von innen, und Ihr Produkt landet über Umwege im Lebensmittel. Drei Risiken, die jeweils für sich schwierig sind.
Die Staubexplosion
Getreide- und Futtermittelstaub ist explosionsfähig. Das ist keine theoretische Möglichkeit, sondern der Grund, warum Ihre Branche seit Jahrzehnten eigene Sicherheitsvorschriften hat.
Gefährlich ist nicht die erste Explosion, sondern die zweite. Die Druckwelle wirbelt abgelagerten Staub auf, der sich dann entzündet. So entstehen Kettenreaktionen, die ganze Anlagen zerstören.
Wo es passiert
- Elevatoren und Förderanlagen, weil dort Staub und Reibung zusammenkommen
- Absaugung und Filter mit hoher Staubkonzentration
- Mahlanlagen, wo Fremdkörper Funken erzeugen
- Und Silos beim Befüllen
Risikoprüfer sehen deshalb zuerst auf Explosionsentkopplung, Druckentlastungsflächen, Funkenerkennung mit Löschung und Magnetabscheider vor den Mahlanlagen.
Und auf die Reinigung. Staubablagerungen auf Trägern, Rohrleitungen und Kabelkanälen sind das erste, was auffällt, und der Faktor, der aus einem Brand eine Explosion macht.
Der Silobrand
Ein eigenes Kapitel, weil er sich anders verhält als jeder andere Brand.
Feuchtes Getreide kann sich durch mikrobielle Prozesse selbst erhitzen. Es entsteht ein Schwelbrand im Inneren, der von außen lange nicht sichtbar ist und tagelang weiterläuft.
Löschen mit Wasser ist meist falsch, weil es zur Aufwirbelung führen kann und das Getreide quellen lässt. Die Feuerwehr braucht dafür einen abgestimmten Plan, und den sollte sie vorher kennen.
Was in Ihrer Produkthaftpflicht stehen muss
Eine Standarddeckung reicht in Ihrer Branche nicht. Sie brauchen die erweiterte Produkthaftpflicht mit den Bausteinen, die auf Vermischung zielen.
- Verbindungs-, Vermischungs- und Verarbeitungsschäden: Ihr Produkt wird untrennbar mit fremdem vermischt. Ohne diesen Baustein fehlt die zentrale Deckung.
- Weiterverarbeitungsschäden beim Kunden
- Aus- und Einbaukosten, hier eher als Entsorgungs- und Reinigungskosten relevant
- Die Serienschadenklausel, weil eine fehlerhafte Charge viele Abnehmer erreicht
- Rückrufkosten, auch bei Rückruf durch Dritte
Der erste Punkt ist der wichtigste. Wenn Ihre Ware in einen Futtermischwagen oder ein Silo des Landwirts gelangt, ist sie nicht mehr trennbar. Der Schaden ist dann die gesamte Mischung, nicht Ihre Lieferung.
Mehr unter Serienschaden und Rückrufversicherung.
Rückverfolgbarkeit ist Ihre Schadenbegrenzung
Wer eine fehlerhafte Charge sauber eingrenzen kann, begrenzt den Schaden auf diese Charge. Wer es nicht kann, muss im Zweifel alles zurückrufen, was in einem Zeitraum ausgeliefert wurde.
Der Unterschied zwischen beidem liegt bei Faktor zehn oder mehr.
Deshalb ist die Dokumentation Ihrer Chargen kein Bürokratiethema, sondern der wirksamste Hebel auf die Schadenhöhe, den Sie haben. Versicherer bewerten das entsprechend.
- Feuer- und Sachversicherung einschließlich Explosion, mit Silos und Außenanlagen
- Betriebsunterbrechung mit Haftzeit nach echter Lieferzeit der Mühlentechnik
- Erweiterte Produkthaftpflicht mit Vermischungsschäden
- Rückrufkostendeckung für die Lebensmittelkette
- Maschinenversicherung für Walzenstühle, Elevatoren und Absaugung
- Warenlager mit saisonaler Summenregelung
- Und Fuhrpark mit Silofahrzeugen
Die Betriebsunterbrechung
Eine Mühle lässt sich nicht schnell ersetzen. Walzenstühle, Plansichter, Elevatoren und Steuerung sind Spezialtechnik mit langen Lieferzeiten, und der Wiederaufbau eines Mühlengebäudes ist ein Bauprojekt.
Zwölf Monate Haftzeit sind hier regelmäßig zu kurz.
Und die Listungen laufen weg
Wenn Sie an Handel oder Industrie liefern, wird Ihre Position während des Ausfalls von jemand anderem besetzt. Zurück kommt man nicht automatisch.
Bemessen Sie die Haftzeit deshalb nicht an der Reparatur, sondern an der Rückgewinnung der Absatzmenge. Mehr unter Haftzeit.
Lohnvermahlung als Ausweg
Prüfen Sie, ob Sie im Ernstfall bei einem anderen Betrieb vermahlen lassen könnten, und lassen Sie die Mehrkosten dafür ausdrücklich versichern.
Das ist die wirksamste Einzelposition im ganzen Vertrag, weil sie Kundenbeziehungen rettet, die sonst verloren gehen.
Wie wir vorgehen
Wir beginnen beim Explosionsschutz, weil er über Versicherbarkeit entscheidet, und bei Ihrer Chargendokumentation, weil sie über die Schadenhöhe entscheidet.
Daraus entsteht eine Unterlage, mit der ein Risikoprüfer arbeiten kann. Erst dann sprechen wir gezielt Häuser an, die Betriebe Ihrer Art zeichnen.
Mehr unter schwer versicherbare Risiken.
- Wie ist die Absaugung explosionstechnisch ausgerüstet?
- Gibt es Funkenerkennung und Magnetabscheider?
- Wie wird die Silotemperatur überwacht?
- Kennt die Feuerwehr Ihren Silolöschplan?
- Wie sauber ist der Betrieb tatsächlich?
- Wie schnell können Sie eine Charge eingrenzen?
- Deckt Ihre Haftpflicht Vermischungsschäden?
- Und könnten Sie extern vermahlen lassen?
Was uns Mühlenbetriebe fragen
Warum ist unsere Prämie so hoch?
Wegen der Kombination aus Explosionsgefahr, hohen Werten auf engem Raum und einem Produkthaftungsrisiko, das sich über die Lebensmittelkette vervielfachen kann.
Beeinflussbar ist das über den Explosionsschutz und die Sauberkeit im Betrieb. Beides wird bei der Risikoprüfung unmittelbar bewertet und wirkt sich auf die Konditionen aus.
Worauf achten Risikoprüfer bei uns zuerst?
Auf Explosionsentkopplung, Druckentlastung, Funkenerkennung mit Löschung und Magnetabscheider vor den Mahlanlagen.
Danach auf die Reinigung. Staubablagerungen auf Trägern und Rohrleitungen sind der Faktor, der aus einem Brand eine Explosion macht, und sie fallen einem Prüfer sofort auf.
Was ist bei einem Silobrand anders?
Feuchtes Getreide kann sich durch mikrobielle Prozesse selbst erhitzen. Es entsteht ein Schwelbrand im Inneren, der von außen lange unsichtbar bleibt und tagelang weiterläuft.
Löschen mit Wasser ist meist falsch, weil es zur Aufwirbelung führen kann. Die Feuerwehr braucht einen abgestimmten Plan, und den sollte sie vorher kennen, nicht im Einsatz erarbeiten.
Was sind Vermischungsschäden und warum sind sie so wichtig?
Ihr Produkt wird beim Kunden untrennbar mit fremdem vermischt, etwa im Silo oder im Futtermischwagen. Der Schaden ist dann die gesamte Mischung, nicht Ihre Lieferung.
Ohne diesen Baustein in der erweiterten Produkthaftpflicht fehlt genau die Deckung, die in Ihrer Branche am häufigsten gebraucht wird.
Wie weit reicht unsere Haftung in der Lebensmittelkette?
Weiter, als die meisten annehmen. Ein verunreinigtes Futtermittel wirkt über das Tier auf Milch, Eier oder Fleisch und damit auf Abnehmer, zu denen Sie keine Vertragsbeziehung haben.
Eine Lieferung im Wert von wenigen tausend Euro kann so einen Schaden im sechs- oder siebenstelligen Bereich auslösen. Prüfen Sie, ob Ihre Deckung Schäden auf mehreren Stufen erfasst.
Wie bemessen wir die Summe für das Warenlager?
Am Höchstbestand nach der Ernte, nicht am Jahresdurchschnitt. Wer den Durchschnitt ansetzt, ist im Herbst deutlich unterversichert und wird bei jedem Schaden anteilig gekürzt.
Berücksichtigen Sie zusätzlich die Preisentwicklung bei Getreide. Viele Verträge bilden sie nicht mehr ab, weil die Summen seit Jahren unverändert sind.
Wie schnell können Sie eine fehlerhafte Charge eingrenzen?
Die Antwort auf diese Frage entscheidet über die Höhe eines Rückrufs.